Zum Umstieg auf vegetarische Ernährung

15Gründe für vegetarische Ernährung

Text von Bernd Höcker

(Dieser Abschnitt ist im Vegetarier Handbuch noch ausführlicher behandelt)

Es gibt viele individuell unterschiedliche Gründe, um mit dem Fleischessen aufzuhören.

Viele Menschen tun es wegen der Tiere, sehr viele aber auch aus gesundheitlichen Gründen, einige finden es schlicht und einfach ekelhaft, Leichenteile zu essen.

Die hier aufgeführten Gründe zeigen, wie schädlich Fleischkonsum für unsere Welt ist. Wir Menschen benehmen uns auf diesem Planeten wie eine Besatzungsmacht in einem überfallenen Land: wir morden die Bewohner und pferchen sie ein, wir verknechten und entrechten sie, wir lassen ihnen keine Würde.

Bei all dem schaden wir uns sogar noch selbst.

Wie schädlich und überflüssig Fleischessen ist, zeigen die folgenden Aspekte:

  1. Auch Tiere wollen leben
  2. Vegetarisch leben ist gesünder
  3. Fleischlos gegen den Menschenhunger
  4. Der Regenwald liebt nur Vegetarier/innen
  5. Luft und Land sind Güllekrank
  6. Fleischkonsum als Klimakiller
  7. Dem Kind nicht das Töten vermitteln
  8. Geistig klar durch Pflanzenkost
  9. Vegetarisch leben ist Gottesdienst

Auch Tiere wollen leben

Tiere haben Rechte, wie wir! Sie haben das Recht auf Leben und Glück, auf Unversehrtheit und Würde, auf Freiheit und Entfaltung!

Schützenswert sind aber nicht nur Tiere mit schönen Augen oder weichem Fell. Auch Krusten- und Schuppentiere, wie Hummer und Fische, haben ein uneingeschränktes Lebens-Recht. Diese Tiere werden oft am schlimmsten verfolgt und auf unvorstellbar grausame Weise getötet.

Dieses kleine Glossar des Schreckens habe ich zusammengestellt, weil häufig einige Tiere vergessen werden, wenn Menschen an Tierleid denken oder sich für Tiere engagieren, die in Not sind.

Fische fristen beispielsweise in den Herzen der Menschen ein sehr kümmerliches Dasein. Vielleicht, weil sie uns so fremd erscheinen oder weil sie in einem anderen Element leben, dem Wasser.

Aber auch an das Schicksal der Pferde, Strauße und Schafe denken nur wenige. Leider muß auch dieses Glossar unvollständig bleiben, denn zu viele Tiere leiden für den Fleischgenuß.

Aale

Sofern Aale nicht aus dem Meer oder einem Fluß gefangen werden (siehe Fische), stammen sie aus Zuchtanstalten, in denen 70.000 Tiere in 80 m3 Wasser leben müssen.Jedes zweite dieser empfindlichen Tiere stirbt an den Qualen schon vor der eigentlichen Schlachtung, die i.d.R. durch das Messer erfolgt.

Fische

Mit ausgedehnten Treibnetzen werden nahezu alle Lebewesen, die sich im Wasser aufhalten, von industriell ausgestatteten Fischereiflotten eingefangen und an Bord gezogen. Auch nicht zu verwertende Fische und andere Wasserbewohner kommen hierbei mit in den Fang und damit zu Tode: giftige Fische, Delphine, Robben, Schildkröten.

Der Tod von Fischen erfolgt durch Ersticken, durch Druckabfall, Zerquetschen unter Tonnen anderer gefangener Fische und nur selten durch das Messer. Auf Fischmärkten werden die noch verzweifelt zappelnden – „frischen“ – Tiere verkauft.

Fische sterben einen stundenlangen Tod und kaum einer nimmt es auch nur zur Kenntnis!

Angler fangen Fische durch Haken, die sich in die Münder bohren oder verschluckt werden und sich so im Magen verfangen. Einige Angler verwenden auch lebende Köderfische, die sie an ihrer Angel befestigen.

Gänse

Gänse werden auch schon gerupft, wenn sie noch leben. Der kostbare Daunen am empfindlichen Unterleib der Tiere wächst nach diesem schmerzhaften Vorgang wieder nach und bringt dem Züchter so mehrfachen Gewinn.

Gänse zur Gewinnung der bei Gourmets beliebten Gänsestopfleber, werden mittels eines Rohres, das ihnen in den Hals gesteckt wird, mit Nahrung vollgestopft.

Ihnen wird mehrmals täglich die Nahrung direkt in den Magen gepreßt, und zwar ein vielfaches der Menge, die das Tier normalerweise essen würde. Bei diesem Prozeß vergrößert sich die Leber mit der Zeit in pathologischer Weise – die begehrte Gänsestopfleber entsteht.

Die Schlachtung der Tiere erfolgt mit dem Messer.

Hühner

Für ein Huhn schreibt unser Gesetz einen Lebensraum von nicht ganz der Größe eines Din-A4-Blattes vor. Die Tiere stehen dabei ihr Leben lang auf Gitterböden, damit der Kot nicht vom Züchter entfernt werden muß, sondern durchfällt.

Fliegen dürfen diese Vögel ihr ganzes Leben lang nie. Der Zustand der Käfighühner ist schon nach kurzer Zeit katastrophal, da in den engen Käfigen kräftig gehackt wird und die Füße aufgrund der scharfen Gitterböden schmerzen und sich entzünden.

Frisch geschlüpfte Küken werden in Plastiktüten einfach totgequetscht, wenn sie sich weder für die Eierproduktion, noch für den Fleischmarkt eignen.

Zu schlachtende Hühner werden brutal in Kisten gestopft, wo sie sich oft Beine und Flügel brechen. Die Betäubung vor der Schlachtung erfolgt in Form von Stromschlag in einem Wasserbad.

Die Tötung wird durch ein automatisches Messer am Fließband vorgenommen.

Hummer und Krebse

Hummer kommen meist aus Zuchtanstalten, in denen sie unter Massenhaltungsbedingungen großgezogen werden. Wenn sie die richtige Größe erreicht haben, drückt sie der Züchter in winzige Kammern, die gerade einmal knapp die Größe des Tieres selbst haben und in größeren Einheiten verbunden sind.

Beim Hineindrücken werden oft die Beine und Scheren der Tiere gebrochen, wenn diese bei dem Vorgang zur Seite standen oder weil das Tier einfach schon zu groß war. In diesen Kammern werden die Hummer dann monatelang durch Unterkühlung in eine Art Kälteschlaf verbracht, während dem sie nichts zu essen benötigen.

Sie werden in dieser Zeit in einem Palettenlager, übereinandergestapelt verwahrt, bis sie irgendwann an ein Gourmetrestaurant oder eine Fischhandlung geliefert werden. Ihr Tod tritt ein durch zutodekochen.

Krabben

Genau wie Hummer oder Krebse werden Krabben durch zutodekochen umgebracht.

Kühe

Die kleinen Kälber werden meist schon eine Woche nach der Geburt von der Mutter getrennt und verbringen schon vom frühesten Alter an ihr Leben in einer winzigen Mastbox von 1,5 qm (gesetzl. vorgeschrieben), in der sie sich fast nicht rühren können.

Einige von ihnen werden schon im Babyalter zum Schlachter transportiert und dort mit einem Bolzenschußgerät hingerichtet, bzw. betäubt, denn der Tod wird durch Ausbluten nach einem Messerstich in den Hals des Tieres herbeigeführt.

Andere werden für die Milchproduktion und die Züchtung noch einige Zeit am Leben gelassen, bis auch sie zum Schlachter gebracht werden.

Pferde

Erst werden sie geliebt und bewundert, dann, wenn sie alt sind, schickt man sie ins Schlachthaus. Ihr ganzes Leben tragen sie Menschen umher, sind freundlich zu Kindern, doch genutzt hat es ihnen dann doch nichts – sie müssen wegen ihres Fleisches sterben.

Nach grausamen und langwierigen Transporten gelangen sie in den Schlachthof, wo sie ähnlich sterben, wie die Kühe. Viele von ihnen werden, wie die Schafe, geschächtet, also ohne jede Betäubung umgebracht.

Schafe

Schafe sind die am häufigsten von Schächtung betroffenen Tiere. Schächtung ist eine besondere Art der Schlachtung, die religiös motiviert ist und jegliche Betäubung ausschließt.

Der Grund für die Verweigerung einer Betäubung besteht darin, daß ein unbetäubtes Tier beim Aufstechen der Halsschlagader durch heftiges Strampeln schneller sein Blut verliert, als mit Betäubung. Der zügige Blutverlust ist für diese Menschen aus religiösen Gründen wichtig.

Schweine

Schweine werden in kleinen Boxen gehalten, sie stehen ihr Leben lang auf Spaltböden, haben kein Stroh, sind oft angebunden. Um zum Ort ihrer Schlachtung zu gelangen, werden sie noch einmal über längere Strecken hinweg unter unvorstellbar grausamen Bedingungen transportiert.

Mit Elektroknüppeln treiben sie die Schlachter in die Schlachthalle, wo sie mit einer Elekrozange einen Stromstoß erhalten, der die sog. Betäubung darstellt. Danach werden sie an einem Hinterbein hochgezogen und mit einem Messer abgestochen.

Strauße

Schleswig-Holsteins Bauern haben eine neue Verdienstquelle entdeckt: Straußenfleisch. Damit diese Wildtiere rentabel gehalten werden können, ist für sie der Platz entsprechend der nutztierartigen Massenhaltung vorgesehen und kaum Bewegung möglich.

Vegetarisch leben ist gesünder

„Die Therapie von Leiden, die Folge des Verzehrs von Fleisch sind, kostet ebensoviel wie die Behandlung von Leiden, die mit dem Rauchen in Zusammenhang gebracht werden“.
Quelle: WELT AM SONNTAG v. 3.12.95 „Neue Erkenntnisse über die Vorteile vegetarischer Ernährung“.

Von Rinderwahnsinn, Salmonellen und Schweinepest soll hier einmal nicht die Rede sein. Auch nicht von Hormonen zur Wachstumsförderung oder Beruhigungsmitteln, die dem Tier vor der Schlachtung verabreicht werden, damit es noch lebt, wenn es für den Fleischkonsum ausbluten muß. Es geht hier einmal nur um die natürliche Beschaffenheit von tierischem Fleisch.

Gegen alle Erkenntnisse über die Schädlichkeit von Fleisch, kämpft die Fleischindustrie mit allen Mitteln um das Image ihrer Produkte. Ihre Kernaussage: Fleisch ist gesund, jung, aktiv, sexy. Je niveauloser die Reklame, desto beliebter bei den Fleischwerbern, da gegen Dummheit nur schwer etwas zu machen ist.

Die Forschungsergebnisse der letzten Zeit belegen, daß vegetarische Ernährung mit Pflanzenkost, Milch und Eiern für die Gesundheit deutlich besser ist, als eine Mischkost, die zusätzlich auch Fleisch und Fisch beinhaltet.

Was Fleisch so ungesund macht

Schlachtet man ein Tier oder trennt man ihm ein Glied ab, geht sein Fleisch sofort in Verwesung über. Fleisch ist tot, es ist Teil eines verstorbenen Tieres, das Leichengift enthält (also Eiweißzerfallsprodukte wie Cadaverin und Putrescin sowie gelegentlich auch Krankheitserreger).

Fleisch wird je nach Temperatur und Umwelteinflüssen schnell oder weniger schnell von Fäulnis befallen. Beobachtet man eine Zeitlang ein Stück verfaulendes Fleisch, wundert man sich, woher so plötzlich Tausende von Würmern kommen können, ohne daß ein Nest in der Nähe ist.

Wenn Pflanzen verrotten, tun sie das in einem (relativ harmlosen) Gärungsprozeß, wie er z. B. auch künstlich zur Weinherstellung hervorgerufen wird.

Bei Fleisch dagegen entstehen bei der Verwesung hoch toxische Stoffe, die über Magen und Darm vom Organismus aufgenommen werden.

Fäulnisbazillen zerstören die Darmflora, giftige Gase dringen durch die Darmwand in den gesamten Organismus ein und erzeugen Kopfschmerzen, Immunschwäche und Krankheiten. Dieses Leichengift läßt sich auch durch starkes Erhitzen nicht zerstören.

Fleisch enthält keinerlei Ballaststoffe, auch wenn der Eindruck durch die faserige Konsistenz entstehen mag. Wegen dieser Eigenschaft kommt es zu festerem Stuhl, der sich nur sehr langsam Richtung Ausgang bewegt. Die Zeit, die das Fleisch seine Gifte im Darm an den Körper abgeben kann, steigt also an.

Pestizide, die sich in den Futterpflanzen befinden, addieren sich im Körper des Tieres. Je nach Tierart rechnet man mit 6-10 kg Futterpflanzen je kg Fleisch.

Fleischesser nehmen also zusätzlich noch ein Vielfaches der Pflanzen(!)gifte in sich auf, als Vegetarier!

Der hohe Anteil an gesättigten Fettsäuren führt zu einem Anstieg des (schlechten) LDL-Cholesterins und zur Senkung des (guten) HDL-Cholesterins. Der hohe Anteil dieser ungesunden Fette ist darüber hinaus auch ein Grund für Übergewichtigkeit mit all seinen gesundheitlichen Risiken.

Fleisch wirkt sich auf den Säure-/Basen-Haushalt des Körpers ungünstig aus, da es zu einer starken Übersäuerung führen kann, wenn nicht durch eine ansonsten gesunde und angepaßte Ernährung gegengesteuert wird.

Fleisch enthält Eiweiß – viel Eiweiß. So viel Eiweiß, daß unser Körper damit vollkommen überlastet wird. Es macht nicht etwa stark, sondern erfordert vom Körper erhöhte Anstrengungen der Nieren und eine Steigerung der Harnstoffbildung. Eiweißüberschuß führt unter anderem auch zu Vitamin B6-Mangel.

Auch das Eisen ist im Fleisch für die meisten Menschen zu hoch dosiert. Ein zuviel an Eisen fördert das Entstehen von Krankheiten, da auch Krankheitserreger Eisen für ihr Wachstum benötigen.

Sehr viele Substanzen der Pflanzenkost schützen vor sog. „Freien Radikalen“ (unvollständige Sauerstoffmoleküle, denen ein Elektron fehlt). Sie können unserem Körper großen Schaden zufügen und den Alterungsprozess beschleunigen, wenn nicht gegengesteuert wird.

Ganz bestimmte Gemüse- und Obstsorten besitzen die Fähigkeit, Freie Radikale erfolgreich zu bekämpfen. (S. Kapitel Pflanzliche Nahrung als Jungbrunnen im Vegetarier Handbuch).

Fleisch enthält (logisch) keine Sekundären Pflanzenstoffe, die für unser Immunsystem enorm wichtig sind und die in jeder Pflanze existieren. Jeder Bissen Fleisch ist also ein Bissen weniger Gesundheit!

Wurde das Tier mit Antibiotika behandelt, besteht die Gefahr einer Zerstörung der Darmflora und einer Antibiotika-Resistenz. Letzteres kann Lebensgefahr bedeuten, wenn etwa eine Lungenentzündung nicht mehr richtig behandelt werden kann.

Wußten Sie eigentlich, warum das heute angebotene Fleisch wässriger ist als früher?

Ich habe zum ersten Mal in einer Landfunksendung (also einer Sendung von Agrarfachleuten für Bauern und Verbraucher) davon gehört. Dort erklärte ein echter Fleischfachmann, daß die Tiere im Moment der Schlachtung vor Angst eine totale Muskelstarre bekommen.

Hierbei wird von den Muskeln Wasser (mit Streßhormonen versetzt!) ausgeschüttet. Tiere, deren ganzes Leben aus Streß bestand (Massentierhaltung), erleben diesen letzten Gang noch schlimmer, als Tiere, die ein einigermaßen behagliches Leben führen durften.

Heute schmeckt das Fleisch also nicht nur wässriger, als früher. Wer es konsumiert, konsumiert in jedem Fall auch die Streßhormone der völlig verängstigten Tiere.

Ob diese im Körper des Menschen ihre Wirkung tun, ist umstritten und nie richtig untersucht worden. Ich denke, daß eine wissenschaftliche Studie darüber endlich durchgeführt werden muß.

Gibt es nun einen Zusammenhang zwischen der Zunahme von Gewalt in der Gesellschaft und der Zunahme des Konsums von aus Massentierhaltung stammenden Fleisch? Eine Frage, die doch wohl alle interessieren sollte!

Empirische Belege

Die Untersuchungen wurden unabhängig voneinander durchgeführt vom Deutschen Krebsforschungszentrum, mit PD Dr. med. R. Frentzel-Beyme, dem Bundesgesundheitsamt, mit Prof. Dr. med. H. Rottka und dem Ernährungswissenschaftlichen Institut der Universität Gießen, mit Prof. Dr. C. Leizmann.

Ihr übereinstimmendes Ergebnis: Vegetarische Ernährung ist gesünder, als fleischhaltige Mischkost! Alle Vegetarierinnen und Vegetarier, die ich kenne, mich eingeschlossen, bestätigen diese Ergebnisse, den Zugewinn an Gesundheit und Fitness durch vegetarische Ernährung.

Die drei Studien belegen, daß sich u.a. folgende, wichtige medizinische Parameter durch vegetarische Ernährung zum Vorteil des Menschen verändern:

  • Harnsäurewerte (geringeres Gichtrisiko).
  • Cholesterinwerte (geringeres Risiko für Herzkrankheiten).
  • Blutdruck (geringeres Schlaganfallsrisiko).
  • Körpergewicht (besserer Allgemeinzustand).
  • Die Widerstandskraft gegen Krankheiten nimmt generell zu, Vegetarier sind also insgesamt seltener krank.

Allein die Vegan-Vegetarier, also reine Pflanzenesser, müssen darauf achten, daß sie gelegentlich bewußt etwas für ihren Vitamin B12-Haushalt tun. Dieses Vitamin wird durch Mikroorganismen erzeugt und kommt vorwiegend in tierischen Lebensmitteln vor.

Sehr gute B12-Spender sind etwa Milch und Eier. Weitere Quellen für B12 sind jedoch auch im Pflanzenreich zu finden, nämlich beispielsweise in bakteriell vergorenem (milchsaurem; hat nichts mit Milch zu tun) Sauerkraut, anderem entsprechend zubereitetem Gemüse, Tempeh, Lopino oder auch in Weizenbier. B12 kann übrigens bis zu 10 Jahre im Körper gespeichert werden.

Vegan-Vegetarier, die sich nicht sicher sind, ob ihre B12-Zufuhr ausreichend ist, sollten gelegentlich ein (synthetisch hergestelltes) Vitamin B12-Präparat einnehmen oder sich einmal pro Jahr eine B12-Spritze geben lassen.

Lakto-Vegetarier und Ovo-Lakto-Vegetarier brauchen sich über B12 überhaupt nicht zu sorgen, da ihnen ihre Kost automatisch auch dieses Vitamin in ausreichender Menge zur Verfügung stellt.

Manche Ärzte verunsichern vor allem Vegetarierinnen mit der Behauptung, daß ihnen ohne Fleisch Eisenmangel drohe und daß vegetarisch ernährte, bzw. von Vegetarierinnen gestillte Säuglinge Mangelschäden erleiden könnten.

Gelegentlich aufgetretene, geringere Eisenwerte bei Frauen hatten in keinem der untersuchten Fälle zu gesundheitlicher Beeinflussung geführt.

Die Untersuchungen belegen darüber hinaus, daß die Muttermilch von Ovo-Lakto-Vegetarierinnen gesünder für die Säuglinge ist, als die von Gemischtköstlerinnen, da sie weniger Umweltgifte enthält, dafür aber mehr Vitamine und ungesättigte Fettsäuren.

Speziell während der Schwangerschaft, während der Stillzeit und bei der Kleinkindernährung sollte darauf geachtet werden, daß neben der Pflanzenkost auch Milch und Milchprodukte verzehrt werden.

Eine ausgewogene ovo-lakto-vegetarische Kost bietet alle Nährstoffe, um das Kind bedarfsgerecht zu versorgen. Um einen Eisenmangel vorzubeugen kann die Auswahl der Nahrung zusätzlich entsprechend zusammengestellt werden, da für Kinder Eisen für die Entwicklung besonders wichtig ist. (Siehe Kapitel Bedarfsorientierte Ernährung / Bedarfsbeispiel Eisenmangel im Vegetarier Handbuch)

Zum Schluß noch die Eiweißfrage. Das früher häufig hervorgebrachte Argument, vegetarische Ernährung verursache einen Eiweißmangel, wird heute selbst von den professionellen Fleischbefürwortern kaum noch verwendet.

Heute ist allgemein bekannt: Der übermäßige Verzehr von tierischen Eiweißen führt zur Krankheit. Eiweiße in Pflanzen und Milch sind hochwertig und reichlich, die Eiweißzusammensetzung von vegetarischer Kost ist ausgewogen!

Fleischlos gegen den Menschen-Hunger

Viele Menschen glauben, daß das vorhandene Ackerland die Menschen in der Dritten Welt nicht ausreichend ernähren könne. Dies aber ist nicht so. Die dort produzierten Nahrungsmittel werden für die Fleischproduktion nach Europa und in die USA exportiert.

10 Kilo Getreide werden benötigt, um 1 Kilo Fleisch zu erzeugen. Für die Viehfütterung werden fast 70% der Weltgetreideproduktion verwendet. Würden mit diesem Getreide auf direktem Weg Menschen ernährt, könnten für ein 225g-Steak 40 Kinder einen Tag überleben!

Der Regenwald liebt nur Vegetarier/innen

Die Regenwälder sind die Lungen unserer Erde. Aber sie sind noch mehr: sie sind Heimat für unzählige Menschen, Tiere und Pflanzen.

Damit Rinder dort weiden können, werden diese Wälder vernichtet, und zwar durch Brandrodung. Die Tiere sterben dabei und auch die Pflanzen. Die Menschen, die dort lebten werden vertrieben. Ihnen bleiben dann Reservate oder die Slums der Großstädte.

Nach einigen Jahren sind die Wiesen bereits unbrauchbar, da ohne Urwald auf diesen Böden kaum etwas nachwächst. Neue Waldflächen werden gebrandschatzt, neues Leid für frisches Fleisch. Die zurückgelassen Weiden veröden.

Luft und Land sind Güllekrank

Die in Ställen zu zigtausenden eingepferchten Tiere hinterlassen Unmengen von Kot und Urin – die sog. Gülle. Gülle fällt in solchen Mengen an, daß sie für die Düngung der Felder nur zu einem kleinen Teil sinnvoll verwendet werden kann. Der Rest ist Umweltmüll, wird aber dennoch in den Boden verbracht.

Durch Umwandlungen entstehen Ammoniak, Salpetersäure und Nitrate, außerdem beinhaltet die Gülle Pestizid- und Pharmareste, Schwermetalle und Stickstoff.

Dies alles wird in die Erde und die Luft abgelassen und führt zur Vergiftung des Grundwassers und zu saurem Regen, der wiederum unsere Wälder tötet.

Fleischkonsum als Klimakiller

Unter der Überschrift „Klimakiller Kuh“ veröffentlichte der Focus in seiner Ausgabe 17/2007 die Forschungsergebnisse des Wissenschaftlers Josef H. Reichholf.

Demnach übertrifft das bei der Verdauung entstehende Methan-Gas die Gefährlichkeit des CO2 als Klima-Gift um das 23-fache. Jedes Rind scheide täglich bis zu 250 Liter Methan aus.

Reichholf gibt an, dass die Klimawirkung des bei der Tierzucht entstehenden Methan-Gases jene übertrifft, die durch den gesamten motorisierten Verkehr der Erde entsteht.

Es ist schon sehr bemerkenswert, wie beharrlich sich die Menschheit gegen solche Forschungsergebnisse wehrt, wenn es um das Genussmittel Fleisch geht. Dann lieber in der Sonne verglühen oder in den Fluten ertrinken, als über den eigenen Konsum von Fleisch nachzudenken…!

Dem Kind nicht das Töten vermitteln

Irgendwann muß man es seinem Kinde sagen, nämlich daß Fleisch nicht auf Bäumen wächst und Fische und Krebse keine Meeres-„Früchte“ sind.

Wie soll man einem Kind dann klarmachen, daß es ein unschuldiges Ferkel oder ein Kaninchen für eine Grillfete umbringen (oder umbringen lassen) darf, aber zu Katzen, Wellensittichen und natürlich zu Menschen immer nett zu sein hat?

Wie lernt das Kind, im Schlachterladen zwar nach geräuchertem Rehrücken zu fragen, aber nicht geröstete Hundewelpen mit Majo zu verlangen. Ganz einfach, man muß das Kind in die Geheimnisse der Selektionierung von lebenswertem und lebensunwertem Leben einführen.

Kindern ist die Liebe zum Mitgeschöpf und die Scheu vor dem Töten zunächst einmal angeboren. Normalerweise geraten sie immer in Entsetzen, wenn sie die Tötung eines Lebewesens selbst mit ansehen müssen. Hier müssen nun die Fleischessereltern mit ihrer Erziehung ansetzen, wenn sie ihre Kinder ebenfalls zu richtigen Fleischessern machen möchten.

Das Kind muß tapfer werden, und zwar tapfer, den Leiden anderer gegenüber. Es muß lernen, Esstiere von Knuddeltieren zu trennen und die Esstiere als seelenlos zu begreifen. Und es muss erkennen, dass alles, was seelenlos ist, getötet werden darf.

Diese Lernziele werden zwar nicht bewusst von den Eltern so formuliert, sie stehen aber unausgesprochen und konsequent hinter der Erziehung zum Fleischesser.

Die Erziehung zum Fleischesser ist ihrem Wesen nach eine Verbiegung des Charakters eines Kindes, weil Kinder normalerweise Tieren kein Leid antun würden. Sie werden nun dazu erzogen, wegzugucken, wenn Tiere gequält werden, oder zumindest sich nicht gleich so kindisch zu haben, falls sie doch mal etwas davon mitbekommen.

Geistig klar durch Pflanzenkost

Der Mensch besteht, so wird es von vielen gesehen, aus einem niederen, und einem höheren Selbst, wobei das niedere Selbst das erdverbundene, dämonische darstellt und das höhere das geistverbundene, zu Gott strebende.

Das niedere Selbst ist beispielsweise verantwortlich für alle Arten von Sucht, es zieht den Menschen nach unten, bindet ihn an die Erde, bestimmt sein Leben, versklavt ihn. Es steht für Sumpf und Qualen, für Leid und Tod.

Das höhere Selbst steht für Freiheit von Zwängen und Süchten, für geistige Reinheit, für selbstlose Liebe, Hingabe, Demut und Harmonie. Das höhere Selbst bringt Licht und Wärme, Freude und Klarheit.

Die Seele des Menschen ist zwischen diesen beiden Extremen hin- und hergerissen, der Mensch muß sich bei seinen Handlungen jeweils entscheiden, welcher Weg für ihn der richtige ist.

Das mitleidlose Töten und Verschlingen von Tieren gehört zu den Begierden des niederen Selbst. Die Liebe, der Schutz der Tiere, die Achtung vor ihrem Leben, sind Ausdrucksweisen des höheren Selbst.

Fleischessen ist nicht dafür geeignet, sich zu einem höheren Wesen zu entwickeln, dies haben auch viele bekannte Philosophen und Esoteriker immer wieder betont.

Wer in die höheren Bereiche seines Bewußtseins vordringen möchte, muß vom Fleisch ablassen. Im Todesgeschrei hilfloser Tiere kann sich das höhere Selbst nicht entwickeln!

Vegetarisch leben ist Gottesdienst

Es gibt Religionen, wie den Buddhismus oder den Hinduismus, in denen das Recht der Tiere explizit festgeschrieben ist. Dennoch leben in Thailand, Indien, Japan u.s.w., in denen diese Religionen Volksreligionen sind, viele Menschen, die Fleisch essen.

„Du sollst nicht töten“ – mit diesem Gebot der christlichen Religion wäre eigentlich auch schon alles gesagt, gäbe es da nicht die intelligente Fähigkeit des Menschen, seine Wahrheit danach auszuwählen, ob sie ihm genehm ist oder nicht.

Dieses Gebot wäre, konsequent angewandt, zu unbequem. Es wird daher verbogen zu „Du sollst keine Menschen töten“.

Die religiösen Führer – nicht die Religion – unterstützen diese Schlitzohrigkeit. In Abständen wird von Kirchenfürsten an der Bibel herumgepfuscht und Übersetzungen werden gleich der Volksmeinung angepaßt. Viele Priester und Pastoren predigen die Unterjochung der Tiere.

Die christliche Amts-Kirche lebt von der Kirchensteuer und würde die Kirche unpopulär, verlöre sie ihre Mitglieder, das feine Leben wäre vorbei. Fleischessen ist (noch) populär, also ist die Kirche dafür.

Gerade zum höchsten, heiligen Fest der Christenheit, der Weihnacht, verfällt der Mensch in einen wahren Tötungs- und Genußrausch: Millionen von Gänsen und Enten müssen sterben für den Rausch der Sinne, für eine Festorgie, die mit wahrer Liebe und Gottesfürchtigkeit nichts zu tun hat.

Die größte Sorge der Christen bei diesem Fest ist nicht das Leid der Tiere, sondern wie sie ihre eigenen, zusätzlichen Pfunde, die sie sich zu Weihnachten anfressen wieder wegbekommen.Egal, was eine Religion, eine Schrift oder gar was die Kirche verkündet – Gottes Willen können wir nur durch ihn selbst erfahren.

Wenn er wollte, daß wir Fleisch essen, brauchten wir keinen Mantel des Schweigens über den Missbrauch der Tiere zu legen. Wir gingen dann aufrecht zum Tier, schlügen es, damit es still sei, packten es am Hals und töteten es, ohne Skrupel.

Jeder einzelne von uns.

Dem Menschen muß klar werden: Mit einer Mahlzeit, die er ohne schlechtes Gewissen nicht bis zu seiner Quelle zurückverfolgen kann, stimmt etwas nicht! Isst er Fleisch, endet sein Rückblick bereits am Kühltresen des Metzgers. Wie soll etwas vor Gott verantwortbar sein, das sich niemand selbst vorzustellen oder anzusehen wagt, geschweige selbst Hand dazu anlegen würde?

 

Bild: RitaE

 

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