Steuerzahlungen im SKR04 buchen

  1. Grundsätzliches
  2. Ertragsteuern des Unternehmens: Gewerbesteuer und Körperschaftsteuer + SolZ
  3. Privatsteuern der Unternehmer (Gesellschafter): Einkommensteuer
  4. Umsatzsteuer
  5. Kfz-Steuer
  6. Sonstige Steuern

 

Teil 1: Grundsätzliches

Grundsätzlich stellen sich beim Verbuchen von Steuern zuerst 3 Fragen:

  1. In welche Kategorie fällt die betreffende Steuer?
  2. Betrifft die Zahlung das laufende Jahr oder Vorjahre oder kommende Jahre
  3. Gibt es bereits eine Abgrenzung / Rückstellung / Verbindlichkeit?

Kategorien der Steuern sind: Ertragsteuern des Unternehmens, Privatsteuern (z.B. Einkommensteuer), Umsatzsteuer und andere. Die Kfz-Steuer hat unter den „anderen“ eine besondere Stellung im SKR04.

Teil 2: Ertragsteuern des Unternehmens

Für die Ertragsteuern Gewerbesteuer und Körperschaftsteuer plus SolZ besteht gesetzliche Verpflichtung, Rückstellungen zu bilden bzw. Rückforderungen in der Bilanz auszuweisen.

Für die Ertragsteuern werden im laufenden Jahr Vorauszahlungen geleistet, basierend auf Schätzungen, abgeleitet vom Gewinn des Vorjahres oder von anderen Schätzungen durch Finanzamt oder Unternehmer.

Die Vorauszahlungskonten sind:

GewSt-Aufwand laufendes Jahr 7610
KörpSt-Aufwand laufendes Jahr 7600
SolZ-Aufwand (nur zu KSt) laufendes Jahr 7608

Der SolZ zur LohnSt läuft über die Lohnabrechnung. Der SolZ zur KapESt aus Dividenden u.ä. läuft anders.

In den allermeisten Fällen wird der Unternehmer am Jahresende feststellen, dass er zu viel oder zu wenig Ertragsteuern vorausbezahlt hat. Wenn er zu wenig vorausbezahlt hat, bildet er für den Rest, den er noch schuldet, eine Rückstellung. Wenn er zu viel bezahlt hat, bucht er eine Rückforderung ein.

Einbuchung der Rückstellung z.B.: 7610 an 3035
Einbuchung einer Rückforderung z.B.: 1435 an 7610

Meistens entsprechen die Rückstellungen / Rückforderungen den Berechnungen des Finanzamtes mit sehr geringen Abweichungen. Geringe Abweichungen von ein paar Cent bucht man gewöhnlich auf Nebenkosten des Geldverkehrs oder ähnliches. Sollte es Abweichungen größer als 1,00 EUR geben, so gibt es eine Reihe von weiteren Konten, die den Rahmen dieses Skriptes übersteigen.

Wenn im nächsten Jahr die Überweisung der Steuer erfolgt, bucht man im Falle der Rückstellung z.B.
3035 an 1800

Im Falle der Rückforderung z.B:
1800 an 1435

Teil 3: Privatsteuern der Unternehmer

Die wichtigste und häufigste Privatsteuer der Unternehmer ist die Einkommensteuer.

Für Einkommensteuer werden keine Rückstellungen gebildet, da sie keine Unternehmensteuer ist!

Bei der Einkommensteuer spielt es keine Rolle, für welches Jahr / welche Periode bezahlt wird.

Standard-Konto ist 2150 für alle Privatsteuern. Manche Steuerberater richten Unterkonten ein, um die Jahre zu trennen – das ist aber nicht vorgeschrieben.

Teil 4: Umsatzsteuer

Umsatzsteuer ist beim Bilanzierer kein Aufwand! In der Form der Umsatzsteuer ist sie eine Verbindlichkeit, in Form der Vorsteuer eine Forderung / ein sonstiger Vermögensgegenstand.

Die Differenz aus Umsatzsteuer und Vorsteuer ergibt die Umsatzsteuer-Zahllast oder eine Vorsteuer-Rückforderung.

Bei den meisten, speziell kleineren Unternehmen wird die Umsatzsteuer-Zahllast nicht monatlich abgegrenzt. Die monatliche Vorauszahlung wird dann gebucht: 3820 an 1800

Eine Erstattung wird, was zunächst verwirrend wirken kann, auf das gleiche Konto gebucht, nur anders herum: 1800 an 3820

Im Dezember kann nicht für den Dezember gezahlt werden, da der Dezember im Dezember nicht vergangen sein kann. Man bucht dann für die Zahllast im Dezember:
3820 an 3860

Oder bei einer Rückforderung:
1420 an 3820

Vor 2014 gab es ein anderes Konto für die Verbindlichkeit im Dezember: 3700

Sofern das Unternehmen Dauerfristverlängerung hat, wird auch die Zahllast für November auf Verbindlichkeit gebucht. Bei Quartalszahlern ist es entsprechend das 4. Quartal.

Wenn die Überweisung für das Vorjahr erfolgt, bucht man entsprechend:
3700 (3860) an 1800

Wenn die Erstattung für das Vorjahr überwiesen wird, bucht man:
1800 an 1420

Teil 5: Kfz-Steuer

Kfz-Steuer wird bei Unternehmen üblicherweise quartalsweise überwiesen / abgebucht.

Eine Vorauszahlung fürs nächste Jahr bucht man gewöhnlich auf ARAP (Aktive Rechnungsabgrenzungsposten). Im nächsten Jahr wird dann umgebucht auf Aufwand.

Da Kfz-Steuer im Voraus bezahlt wird, kommen Rückstellungen hier so gut wie nicht vor. Sollte doch mal eine Aufwands-Rückstellung für Kfz-Steuer erfolgen, würde man auf „sonstige Rückstellungen“ buchen.

Aufwand für KfzSt: 7685

Teil 6: Sonstige Steuern

Die verbleibenden Steuerarten, die in keine der obigen Kategorien passen, sind branchenbezogene Steuern, z.B.

  • Biersteuer für Brauereien
  • Schaumweinsteuer für Sekt-Hersteller
  • Kaffeesteuer für Kaffeehandel
  • Mineralölsteuer für Mineralölbetriebe
  • Vergnügungssteuer für Kinos

Diese Steuern sind, je nach Geschäftsmodell, in den meisten Fällen Aufwand für das betreffende Unternehmen. Berechnung, Erhebung und Zahlung dieser Steuern sind unterschiedlich und ein Thema für sich.

 

Bild: Aus Frankreich, um 1500, Public Domain

 

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