Schutz vor Forderungsausfällen: Warenkreditversicherung oder Factoring?

von Florian Gerber

Außenstände in größerem Umfang bringen vor allem Existenzgründer und kleinere Familienbetriebe in Schwierigkeiten. Letztendlich muss aber jeder Unternehmer darauf achten, dass ausgestellte Rechnungen auch bezahlt werden, sonst geraten Erträge und Kosten aus dem Gleichgewicht.

Eine sauber arbeitende Debitorenbuchhaltung und ein gut organisiertes Mahnwesen sollten selbstverständlich sein. Wer das Risiko von Forderungsausfällen minimieren will, findet sowohl in der Kreditversicherung als auch im Factoring sinnvolle Lösungen.

Kreditversicherung – günstig, aber mit Pflichten

Eine Warenkreditversicherung schützt Sie, wenn Sie Ihren Kunden einen Lieferantenkredit in Gestalt eines Zahlungsziels gewähren. Die Versicherung tritt ein, wenn Sie die Ware geliefert haben, der Kunde aber nicht zahlt. Sie wird deshalb auch als Forderungsausfallversicherung oder Delkredere-Versicherung bezeichnet.

Der Vorteil einer Warenkreditversicherung liegt vor allem in ihren geringen Kosten. Der Versicherer prüft das Risiko und setzt den Beitrag abhängig vom versicherten Umsatz fest. Üblich sind 0,1 bis 0,5 % bei Vereinbarung einer Selbstbeteiligung von zum Beispiel 10 %. Ist Ihr Kunde in Verzug oder zahlungsunfähig, bekommen Sie also nicht den vollen Schaden ersetzt, sondern nur 90 %.

Außerdem gibt es zahlreiche sogenannte Obliegenheiten, zum Beispiel die Pflicht zur Meldung von Bonitätsverschlechterungen Ihrer Kunden. Obliegenheitsverletzungen berechtigen den Versicherer, die Leistung je nach Schwere des Verschuldens ganz oder teilweise zu verweigern.

Gläubigerwechsel durch Factoring

Factoring schützt zwar auch vor Forderungsausfällen, funktioniert aber gänzlich anders als die Versicherungslösung. Der kostenlose Ratgeber von www.kreditist.com erläutert, dass beim Factoring die Geld-Forderungen gegen Kunden bereits bei ihrem Entstehen an einen Factor verkauft werden.

Ob Zahlungsziele bereits überschritten sind, spielt keine Rolle. Der Factor übernimmt beim echten Factoring auch das Ausfallrisiko. Es besteht also kein Regressrecht, wenn Ihre Kunden nicht zahlen. Für Selbstständige bedeutet das kurzfristige Liquidität und Erhöhung der Eigenkapitalquote.

Die Factoring-Lösung ist aber deutlich teurer als die Kreditversicherung. Es fallen Gebühren sowie Zinsen für die Vorfinanzierung an. Die Factoring-Gebühr kann vor allem bei geringen Umsätzen deutlich über 1 % liegen.

 

Titelbild: Devanath

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