Nicht so schnell über Schüler urteilen

High_Court_Judge_Crown-Studios_PDIch weiß nicht wirklich, was jemand kann und was nicht

Seit Langem habe ich gelernt, dass es nichts über den Wert einer Person aussagt, was sie kann und was nicht.

Ich sage meinen Teilnehmern: Jeder hat andere Talent-Schwerpunkte. Ich zum Beispiel bin eine Handwerks-Niete und eine Geographie-Volllniete. Ich bin froh, wenn ich ein Bild aufhängen kann, ohne das Haus abzureißen, und ich habe erst mit 21 erkannt, dass England eine Insel ist und dass Berlin mitten in Ostdeutschland lag.

Nicht nur deswegen wäre es sehr vermessen, wenn ich Menschen danach bewerte, ob sie die gleichen Talente haben wie ich.

Ich hoffe, dass ich dies in meinem Unterricht erfolgreich rüber bringe.

Nun lerne ich gerne dazu, und mir ist eine weitere Dimension des Beurteilens aufgegangen.

Bisher habe ich zwar die Person nicht bewertet, aber trotzdem eine Einschätzung des Talentes bzw. der Neigung meiner Teilnehmer vorgenommen.

Als ich mir einen Vortrag von Salman Khan von der Khan Academy anschaute, sprach er darüber, wie manche Schüler, die vorher in einem Fach als schwach wahrgenommen wurden, plötzlich mit hoher Geschwindigkeit Lernfortschritte erzielten – weil die Unterrichtsmethode besser zu ihnen passte.

Daraufhin habe ich beschlossen, nun auch keine Einschätzung von Talent-Leveln mehr zu treffen, sondern nur noch so gut zu unterstützen, wie ich kann.

 
 
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