Mit der Umkehrmethode zu produktiven Lösungen

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Mit der Umkehrmethode zu besserem Supply Chain Management

von Michael Hoffmann von RELEX Solutions

Kennen Sie die Umkehrmethode?

Bei meinen Beratungen und Mediationen verwende ich gerne die Methode der Umkehrung.

Das gewohnte Vorgehen im Workshop ist, dass die Teilnehmer zum Brainstorming aufgefordert werden. Dabei werden spontan und unzensiert alle Ideen ausgerufen, die Teil einer funktionierenden Lösung sein könnten. Die Frage dabei: „Wie könnte eine Lösung aussehen?“

Die Erfahrung zeigt, dass dies nur eingeschränkt funktioniert, insbesondere wenn eine Problemstellung bzw. Konfliktsituation bereits seit längerer Zeit vorherrscht.

Lang andauernde Probleme können sich festfahren

Zu viele WENN und ABER blockieren einen reibungslosen Strom konstruktiver Lösungsansätze. In einer solchen Situation höre ich meist Sätze wie: „Wir haben doch schon alles durchdacht. Gäbe es einen Weg, dann hätten wir diesen sicherlich beschritten. Diesen gibt es aber nicht und da liegt das Problem (und unser Konflikt).“positive+negative_geralt

Hier hilft die Umkehrmethode.

Brainstorming findet statt, basiert jedoch auf dem Gegenteil der zuvor gestellten Frage: „Was müsste getan werden, damit die Lage schlimmer wird?“

Es ist immer wieder beeindruckend, wie flüssig es plötzlich vorangeht, wenn es um die gewollte Zuspitzung des Problems geht. Ein Füllhorn an Ideen ergießt sich in den Raum.

Man könnte nun vermuten, dass die hieraus entstehenden Ideen nutzlos seien. Ganz im Gegenteil! Sie sind sehr wertvoll, wenn es um die Frage der Problemlösung geht.

Zur Lösung mit Umkehr der Antworten

Möchte man das Problem lösen, sollte man darauf achten, dass auf keinen Fall einer der Punkte aus der Umkehrfrage zur Umsetzung kommt.

Viele Unternehmen stoßen täglich an ihre Grenzen, wenn es um ihre Logistik geht. Nicht dass sie schlechte Arbeit machen, sonst wären sie ja nicht so erfolgreich in der Vergangenheit gewesen und heute noch am Markt.

Aber die manuelle Erstellung von Prognosen, Bestellungen, Kampagnenplanungen,etc. stößt mit zunehmender Komplexität des Geschäftes (Artikel, Konditionen, Standorte, Vertriebskanäle, etc.) an Kapazitäts- und Genauigkeitsgrenzen.

Ich habe selbst 4 Jahre Material disponiert, in einer Möbelfabrik: Daher kenne ich das Umfeld.

Jedes Jahr mehr als 150 neue, zusätzliche Artikel; alles sollte verfügbar sein; kein Platz zur Lagerung; Sonderaktionen; auslaufende Artikel, Staffelpreise, Lieferzeiten, begrenzte Transportkapazitäten; hohe Kapitalbindung, usw.

Schwierig und unter Umständen unlösbar ist es, als Materialdisponent jeden gleichermaßen zufrieden zu stellen.

Skepsis ist verständlich

Kommt dann noch ein externer Software-Verkäufer und behauptet, dass seine Softwarelösung dies alles automatisch und sehr viel effektiver lösen kann, was der Disponent jahrelang mit seiner Erfahrung aufgebaut hat, dann kann ich es sogar nachvollziehen, dass die Skepsis gegenüber dieser Lösung überwiegt.

Deshalb frage ich Sie heute nicht: „Was müsste geschehen, damit Ihre SC-Planung besser würde?“

Nein, ich bitte Sie, sich einmal selbst zu fragen:
„Was müsste geschehen, damit Ihre SC-Planung schlechter und ungenauer würde?

Möglicherweise werden Sie unter anderem zu folgenden Antworten gelangen:
– Beschäftigung von unqualifiziertem und unerfahrenem Personal
– Abstand nehmen von EDV-Unterstützung
– etc.

Diese zwei Antworten wende ich an auf die Eingangsfrage: „Was müsste geschehen, damit Ihre SC-Planung effizienter und genauer würde?“

Qualifiziertes Personal und Automatisierung

Mit wachsendem Geschäft werden sie meines Erachtens auf qualifiziertes und erfahrenes Personal nicht verzichten können.

Wachsendes Geschäft bedeutet auch: mehr Arbeit.

Können Sie dies Ihren besten Fachkräften, die wahrscheinlich bereits auf 100% Auslastung und mehr laufen, noch zumuten?

Können Sie genügend qualifizierte Kräfte vom Arbeitsmarkt rekrutieren, um die Lücke zu schließen?

Veränderungen in der IT nachvollzogen?

Sind Ihre IT-Systeme den veränderten Geschäftsprozessen der letzten Jahre angepasst? Wie viel Zeit erfordert die Pflege der Systeme und der Daten? Steht dieser Aufwand in wirtschaftlich gesundem Verhältnis zum Nutzen?

In diesem Sinne kann man das Spiel mit der Umkehrmethode und zurück noch weiter treiben. Nehmen Sie sich doch einmal die Zeit mit Ihren Kollegen und probieren Sie es aus.

Es wird interessante Erkenntnisse zu Tage bringen und so manch einen Perspektivwechsel ermöglichen.

Beste Grüße
Michael Hoffmann, RELEX Solutions

Postiv/Negativ-Bild: geralt

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