Mein neues Linux Office Januar 2019

Nach mehreren Jahren des Hin und Her ist es nun endlich gelungen:

Unser Unternehmen hat komplett auf Linux umgestellt, mit allen unbedingt notwendigen Anforderungen.

Die Mindestanforderungen hatte ich bereits im Februar 2017 erklärt:

  1. Textverarbeitung mit und ohne Formatierung
  2. Tabellenkalkulation mit Pivot-Funktionen und Matrix-Befehlen
  3. Präsentationsprogramm mit Exportmöglichkeiten in verschiedene
  4. Bildformate
  5. Datenbank-Anwendung
  6. Buchhaltung im Hause (nicht über Internet)
  7. Lohnabrechnung im Hause (nicht über Internet)
  8. Internet-Browser
  9. E-Mail-Client
  10. PDF Reader
  11. Mind Map Software
  12. Einfache Bildbearbeitung

And the winner is…

Die Distro, die schließlich den Wettbewerb gewonnen hat, ist Xubuntu. Ich habe jemanden gefragt, der sich gut auskennt, und er hat Xubuntu empfohlen. Ich habe weiter recherchiert, und das erschien mir als gute Lösung.

Xubuntu fährt witzigerweise langsamer hoch als Windows 10, aber nicht so unendlich langsam wie manch andere Betriebssysteme; ist also OK.

Die geforderten Anwendungen

Textverarbeitung mit und ohne Formatierung

Für das reine Texten ist mir Libre Office Writer tatsächlich sogar lieber als Windows. Die Funktionalität bei Serienbriefen gefällt mir nicht so gut, aber die brauche ich so gut wie nie.

Für das gänzlich formatfreie Schreiben, wenn ich es denn alle paar Monate mal brauche, gibt es einen Editor, dessen Namen ich vergessen habe.

Tabellenkalkulation mit Pivot-Funktionen und Matrix-Befehlen

Libre Office Calc finde ich nach wie vor sperrig und fummelig. Pivotieren geht, finde ich aber von der Handhabung nervig. Matrixfunktionen gehen auch.

Das Erzeugen von Diagrammen finde ich auch nervig. Insbesondere eine Funktion brauche ich dauernd, nämlich das Zwischenspeichern von Diagrammen und dann Einfügen in eine Präsentation als Bild.

Unter Windows sehr einfach. Bei Libre Office muss ich das Diagramm erst als Bild exportieren, irgendwo zwischenspeichern und dann das exportierte Bild über mehrere Klicks einfügen. Indiskutabel.

Wie habe ich das gelöst? Ich habe aus meinem alten gekauften MS Office 2010 Excel und PowerPoint zum Laufen gebracht und erstelle meine Präsentationen damit.

Was halt nach wie vor nicht geht, ist VBA, aber das brauche ich so gut wie nie.

Präsentationsprogramm mit Exportmöglichkeiten in verschiedene Bildformate

Impress war bei Xubuntu gar nicht dabei; ich habe es mir extra geladen und installiert.

Bild-Export möglich, über Exportieren statt „Speichern unter“. Kann ich mit leben.

Womit ich nicht leben will: Ich kann zwar im PowerPoint-Format abspeichern, aber die Formatierung fliegt öfter auseinander. Dann stehe ich im Hörsaal und haben Salat auf dem Schirm.

Also PowerPoint installiert. Läuft gut.

Datenbank-Anwendung

MS Access läuft interessanterweise nicht.

Wir haben nun SQLite installiert, aufgrund der gegenwärtigen Überflutung mit Aufträgen (März 2019) habe ich aber noch nichts damit gemacht.

Weitere Datenbanksysteme sollen folgen, alle auf virtuellen Maschinen, die bisher flüssig laufen.

Buchhaltung im Hause (nicht über Internet)

Seit 2016 nutzen wir HaBu, erst auf Windows, jetzt auf Linux. Läuft bisher schnell, zuverlässig, super.

Gute Funktionalität für das, was wir brauchen. Der Import der Lohnliste ist ein klein wenig fummeliger als in Windows, aber nachdem ich das Mapping eingestellt habe, ist der Unterschied minimal.

Die Bilanz-Berichte sind nicht so hübsch, aber für eine Kleinst-Kapitalgesellschaft sind sie völlig ausreichend.

Das Programm wird mir irgendwann nochmal eine genauere Betrachtung wert sein.

Lohnabrechnung im Hause (nicht über Internet)

Hier verwenden wir das für Kleinstunternehmen absolut geniale jlohn. Das bisher schnellste und übersichtlichste Lohnabrechnungsprogramm, das ich je gesehen habe.

Autor Klaus Gotthardt hat jetzt sogar einen Launcher für Linux dazu spendiert. Als Selbst-Herausforderung wollte ich mir selbst einen basteln, habe das auch hingekriegt und ihm ein eigenes icon verpasst.

Internet-Browser und E-Mail-Client

Die üblichen Verdächtigen: Mozilla Firefox und Thunderbird.

Mit Thunderbird hatte ich ein Problem, dass offenbar bereits viele User geplagt hatte, unter Windows ebenso wie unter Linux. In den deutschen Foren habe ich dazu die übliche gegenseitige Beschimpfung gefunden, durchsetzt mit einigen wenigen konstruktiven Lösungsvorschlägen. Einige dieser Lösungsvorschläge haben wohl für manche User funktioniert, für andere nicht.

Ich hatte dann kurz Evolution installiert, fand es aber nicht so toll. Also, Mails aus dem alten Thunderbird exportiert, altes Profil gelöscht, neues Profil angelegt. Seit einem Monat läuft es (Stand: 13.03.2019).

PDF Reader

Was PDFs angeht, so brauche ich in unserem Office so gut wie immer nur einen Betrachter. Der ist bei Xubuntu bereits dabei.

Mind Map Software

Hier benutze ich FreeMind, für unsere Zwecke absolut ausreichend.

Einfache Bildbearbeitung

Bei Xubuntu ist GIMP dabei, was aber für meine Zwecke völlig überdimensioniert ist.

Was muss ich tun: Ab und zu ein Bild zuschneiden und kleiner rechnen. Dafür benutze ich XnView, seit jeher mein Lieblingsprogramm für minimale Bildbearbeitungs-Aufgaben.

FAZIT zum Linux Office

Dank fachkundiger Unterstützung durch einen Kumpel funktioniert es nun seht gut.
Mit Xubuntu haben wir nach unserer Meinung die richtige Wahl getroffen.

Lediglich bei Podcasts bin ich noch nicht so optimistisch, wie gut das klappen wird mit Audacity und kdenlive.

Was die Musikproduktion angeht, bleiben wir auch erstmal auf Windows.

 

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