Marktungleichgewicht Strategie und Operatives

Strategie im Angebot und Operatives in der Nachfrage

Der Markt für Finance-Projekte in Deutschland ist derzeit (Januar 2012) ohnehin klein.

Die exakte Anzahl der Projekte ist besonders in dieser Zeit schwer zu ermitteln, denn

  • einige Projekte werden von mehreren Agenturen zugleich ausgeschrieben und sehen deshalb nach mehr aus
  • manche Projekte existieren gar nicht, sondern werden aus gänzlich anderen Gründen ausgeschrieben, siehe
    mein Artikel über Fake-Projektanfragen

Ich persönlich schätze aber, dass es bundesweit maximal 500 echte Controlling-Projekte pro Jahr gibt. SAP-Projekte und solche Projekte, die in Wirklichkeit zur IT gehören, zähle ich nicht mit.

Hinzu kommt, so Torsten Voigt von der Agentur INSILIUM die Schwierigkeit, dass Angebot und Nachfrage auseinander klaffen. Denn, so Voigt, „viele Freelancer wollen anspruchsvolle Projekte bearbeiten, wollen strategisch beraten. Die Kundenunternehmen aber wollen Praktiker, die hands-on operativ im Projekt arbeiten.“

Einige Freiberufler, die neu auf dem Markt sind, mögen der Meinung sein, dass sie die Richtigen für eine strategische Beratung sind, weil sie in ihrem früheren Angestelltenjob auch zu strategischen Themen gehört wurden.

Interimsmanager und externe Experten werden jedoch meist unterhalb des Levels eingesetzt, in dem sie vorher angestellt beschäftigt waren.

Aus eigener Erfahhrung mit ca. 50 kürzeren und längeren Controlling-Projekten seit 1998 kann ich sagen, dass die Anforderungen zu 98% hands-on waren. In knapp einem Drittel der Projekte wurde ich auch zu strategischen Teilaspekten befragt. Insgesamt waren nur 3 reine Beratungs-Projekte dabei.

Von daher spreche ich die Empfehlung an die Freiberufler aus, sich deutlich mehr zu operativen Projekten zu orientieren und auch hierfür Skills zu trainieren.

VIEL ERFOLG!

 

Titelbild: kellepics

 

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2 Kommentare

  1. … Dem kann ich nur zustimmen! Der Punkt ist, das generell ein Externer, sei es Berater oder Interim Manager, immer mit Skepsis in der Belegschaft betrachtet wird – was kann der schon besser als wir. Wer es als Externer nicht schafft innerhalb sehr kurzer Zeit Vertrauen zu schaffen, ist auf verlorenen Posten. Deshalb eine Ebene tiefer in ein Mandat einzusteigen, als vielleicht „üblich“ ist aus meiner Erfahrung sehr hilfreich, aber vorsicht: Es darf nicht zu sehr operativ sein, sonst verliert man sich im Detail. Wenn das Vertauen dann s c h n e l l da ist, gelangt man in den meisten Fällen über (eigene!) Diversifikation im Unternehmen in Themengebiete, die man eigentlich auch bedienen kann und möchte. Nur wer stumpf seinen „Aufgabenzettel“ abarbeitet wird dies nicht schaffen und ist schnell wieder „offboarded“

    • Hallo FT, vielen Dank für den freundlichen Kommentar! Mein Eindruck ist, dass Sie die Situation sehr zutreffend und differenziert erfassen. Zuerst ist Misstrauen da. Und als Externer habe ich es auch erlebt, dass es hilft, wenn ich ein paar Anmerkungen mache, die zeigen, dass ich über den Tellerrand hinaus denke.

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