Lernen mit Eigeninitiative wie im Kung Fu

Wer etwas Relevantes lernen will, braucht Eigeninitiative

Ich habe knapp 2 Jahre lang eine Schule für WingTsun besucht. WingTsun ist der Legende nach eine chinesische Nonne, die eine Richtung des Kung Fu entwickelt hat, die mit wenig Körperkraft auskommt. Manche Bewegungen, insbesondere der ersten Form, ähneln auf den ersten Blick Tai Chi.

WingTsun ist, glaube ich, eine extrem effektive Kampfkunst, sobald man ca. den 7. oder 8. Schülergrad erreicht hat. Diese schafft man aber niemals ohne viel Üben und Eigeninitiative.

Am Anfang kriegt man 1 bis 2 Bewegungen, die man 60 Minuten pro Abend wiederholt. Den Rest der Zeit ist Auf- und Abwärmen oder andere Übungen, die auch keine allzu großen Herausforderungen an das Erinnerungsvermögen stellen.

Später darf man manchmal Einsteiger-Übungen mitmachen, während die höheren Schülergrade mit Knüppeln, Stöcken oder Messern üben oder anspruchsvolle Abläufe für das Körpergefühl trainieren.

Es gehört zur Tradition, dass ich als Schüler nicht nach dem Lehrer rufe, sondern warte, bis er vorbeikommt und mich korrigiert oder mir etwas Neues zeigt. An mir ist es dann, so viel ich kann zu üben, damit ich die Bewegungen einigermaßen ausführen kann.

Der allgemeine Umgang ist freundlich und konstruktiv, so lange man sich als Schüler an ein paar einfache Regeln hält. Wenn man das nicht tut, kann man schon mal als Sparringspartner für die höheren Grade ausgewählt und darf denen dann beim Üben helfen. Das ist nicht so toll.

Was man im WingTsun ausdrücklich nicht erwarten sollte ist eine Art Babysitter-Lehrer, der einem jede Kleinigkeit permanent vorbetet und vorkaut. Ich kriege einen Ablauf gezeigt und habe den dann zu üben. Es ist tatsächlich so, dass hinter den Bewegungen sinnvolle Prinzipien stecken, die ich entweder verinnerliche, oder beim Sparring mehr Schläge einstecke als ich sowieso als Anfänger abkriege.

Es liegt also sehr stark an meinem Einsatz, wie schnell ich weiterkomme, und vor allem an meinem eigenen Übungs-Einsatz. Ich kann bewusst trainieren oder erwarten, dass mir alles vorgemacht wird.

Im Rechnungswesen sollte ich ebenso Eigeninitiative entwickeln, die Grundlagen verinnerlichen und vor allem viel üben.

Speziell Kostenrechnung ist ein Fach, das man ohne viel Übung nun mal nicht versteht. Entweder ich entwickle Initiative und übe, oder ich falle halt durch die Prüfung. Der Lehrer kann hier noch so gut erklären – wenn ich selbst nicht aktiv übe, wird da nicht viel draus.

Ich empfehle jedem, der in diesem Fachbereich arbeiten will, frühzeitig pro-aktiv zu werden.

Titelfoto: danieltayxs

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