Jobsuche: Vergessen Sie Stellenanzeigen

Von allem, was mir zur Jobsuche einfällt, ist meine wohl wichtigste Ansage: Vergessen Sie Stellenanzeigen!

Warum?

  • Die meisten Jobs werden nicht ausgeschrieben
  • Mein Eindruck: Einen Teil der ausgeschriebenen Jobs gibt es gar nicht
  • Was in Stellenanzeigen steht, hat oft mit der Wirklichkeit wenig zu tun

Was bedeutet das im Detail?

Die meisten Jobs werden nicht ausgeschrieben

Suchen Sie mal im Internet nach „versteckter Stellenmarkt“.

Karriere-Autorin Svenja Hofert hat geschätzt, dass zwei Drittel aller offenen Stellen gar nicht erst ausgeschrieben werden.

Warum auch? Unternehmer besetzen Stellen lieber mit Menschen, über die sie direkt etwas in Erfahrung bringen können, durch Freunde oder Mitarbeiter.

Eine kluge Personalberaterin sagte mir, der sicherste Weg, eine Administration für mehrere Tage lahmzulegen, sei die Ausschreibung einer Stelle, die wenig fachliche Qualifikation erfordert, wie einfaches Sekretariat, Tresendienst, Telefondienst, Lagerarbeit, usw.

Dies würde meterhohe Stapel an Bewerbungen erzeugen. Ein weiterer Grund, diesen Weg nicht zu gehen.

Im Umkehrschluss entfallen auf die Stellenanzeigen, die öffentlich geschaltet werden, sehr viele Bewerbungen, manchmal tausende. Das heißt, eine Bewerbung dort ist wie ein Los in der Lotterie.

Mein Eindruck: Einen Teil der ausgeschriebenen Jobs gibt es gar nicht

Dieser Eindruck mag falsch sein.

Wenn ich meine eigenen Recherche mache, um Ansprechpartner und Adressen für mögliche Controlling-Projekte zu recherchieren, stoße ich jedoch immer wieder auf die exakt gleichen Annoncen, monatelang. Und jedes Mal wird mir mitgeteilt, die Stelle sei schon besetzt. Und die Annonce ist ein paar Tage später wieder drin.

Manche Anzeigen dienen möglicherweise dazu, das Unternehmen in den digitalen Medien präsent zu halten.

Was in Stellenanzeigen steht, hat oft mit der Wirklichkeit wenig zu tun

Das gilt bei Controlling-Projekten ebenso wie bei Jobs auf allen Ebenen. Was in den Stellenanzeigen steht und worin dann die Aufgabe tatsächlich besteht, das hat oft wenig miteinander zu tun.

Es gibt auch fast keinen Menschen, der jeweils alle Anforderungen einer Stellenanzeige erfüllt. Nach meiner Erfahrung werden die Anforderungen oft übertrieben. Wie oft wurde von mir „verhandlungssicheres Englisch“ gefordert (welches ich beherrsche) und dann nie benötigt? So ähnlich mit vielen anderen Anforderungen.

Umfelder ändern sich, Jobs ändern sich. Manche Stellenbeschreibungen sind schlicht veraltet.

Fragen Sie konkret nach, was mit diesem oder jenem Begriff gemeint ist. Z.B. kann der Begriff „Monatsabschluss“ sehr viele verschiedene Bedeutungen haben und eine Reihe verschiedener Anforderungen bedeuten. Sollen Sie den Monat nur technisch abschließen? Das sind ein paar Klicks. Oder auch fachlich? Das sind mehrere Themen für mehrere Monate Ausbildung.

Mein Lieblingsthema: „Gute Excel-Kenntnisse“. Wie gut ist gut? Ich habe deshalb 2011 einen Artikel dazu verfasst mit dem Ziel, einen Industriestandard zu schaffen, mit dem ich dann berühmt werde. Das hat leider nicht funktioniert, aber der Artikel wurde schon sehr oft aufgerufen.

Vergessen Sie auch die traditionelle Bewerbungsmappe

Ich habe meine Jobs und Aufträge zu 90% über persönliche Kontakte und direkte Vermittlung erhalten. Und für mich war es selbstverständlich, den Vermittlern etwas abzugeben.

Mit der traditionellen Bewerbungsmappe habe ich genau zwei Jobs erhalten, von denen einer überhaupt nicht zu mir passte.

Kein Personaler hat Zeit, die gesamte Mappe zu lesen. Schon deshalb halte ich wenig davon.

Persönlichen Kontakt suchen

Meine Empfehlung: Suchen Sie persönlichen Kontakt zu Unternehmen und Entscheidern. Tauschen Sie sich mit diesen darüber aus, was das Unternehmen braucht bzw. glaubt zu brauchen.

Seien Sie freundlich und konstruktiv, halten Sie dauerhaft Kontakt, ohne zu nerven.

Ihre traditionelle Bewerbungsmappe ist eine unter dutzenden, hunderten oder tausenden. Ein persönlicher Kontakt bleibt eher in Erinnerung.

VIEL ERFOLG!

 

Foto: FotografieLink

 

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