Anders arbeiten: Internet-Unternehmer mit Passiveinkommen

Passives Einkommen unterwegs

Wie wäre das: Mal an einem Wochenende ein e-book schreiben, als PDF auf einer Internetseite mit Bezahlfunktion anbieten, auf diesem Wege mühelos millionenfach verkaufen.

Gelegentlich überweist man sich vom paypal-Konto fettes Geld, um das nächste Flugticket nach Rio zu kaufen.

Klingt toll, oder?

Wird aber fast immer nix.

Der große Traum vom Passiv-Einkommen wird oft versprochen und oft geträumt. Verwirklicht wird er nur sehr selten.

In diesem Artikel befasse ich mich damit,

  • warum das Passiv-Einkommen meistens nicht funktioniert
  • wie man es schafft, dass es manchmal doch funktioniert

Der ganz große Millionen-Reibach bleibt so gut wie immer ein Traum. Es ist aber sehr wohl möglich, mit einem Internet-Business ein mittleres Einkommen (Gewinn) um ca. 60.000 EUR im Jahr zu erzielen.

Auf welchen Wegen wird online Geld verdient?

Mit Info-Produkten allein wird in Deutschland nur in absoluten Ausnahmefällen nennenswertes Geld verdient. Die Deutschen kaufen sehr wenige e-books oder Video-Kurse, und wenn, dann nur von wenigen etablierten Anbietern.

Für das Einkommen aus dem Internet gibt es im Wesentlichen 2 Wege:

  1. eigene Dienstleistungen über das Internet zu bewerben und erbringen, z.B. Coaching und Beratung, unterstützt durch Info-Produkte
  2. eine Mischung aus Info-Produkten und cleverem Affiliate-Marketing

In beiden Fällen ist das Einkommen nicht wirklich passiv, sondern sehr aktiv. Was Sie allerdings auf dem zweiten Wege erhalten, ist eine freiere Zeiteinteilung und größere geographische Bewegungsfreiheit.

Mein anfänglicher Irrtum

Anfangs dachte ich, es gäbe nur 2 Kategorien von Internetseiten, mit denen Geld verdient wird:

  1. Porno
  2. Seiten, die erklären, wie man im Internet Geld verdient

Diese Einschätzung war nicht ganz richtig. Es gibt außerdem manche Blogs, von denen die Betreiber ein mittleres Einkommen beziehen. Daneben gibt es die üblichen statistischen Ausreißer, wo die Betreiber ein hohes Einkommen erzielen.

Und es gibt eine ganze Menge Seiten, mit denen Blogger ein paar Euro extra machen, so um 50-250 EUR pro Monat.

Weg 1: Dienstleistungen über das Internet anbieten

Für viele Freiberufler und Dienstleister ist die Internetseite eine erweiterte Visitenkarte. Kommt ein Blog hinzu, so kann man zusätzlich Arbeitsproben präsentieren.

Der Interessent erhält über den Blog einen breiten Überblick über Arbeitsweise und Philosophie des Dienstleisters. Wenn er dann ernsthaft Bedarf hat, kann er den Anbieter kontaktieren. Der Dienstleister muss dann aber immer noch körperlich beim Kunden erscheinen.

Meine eigenen Marken, vertriebscontroller und rechnungswesenlehrer, sind für genau diesen Zweck konstruiert.

Manche Freiberufler, besonders im Bereich Beratung und Coaching, treiben es einen Schritt weiter und erbringen ihre Dienstleistung direkt online, über Skype, Google Hangout oder Vergleichbares.

Attraktiv durch Interesse

Zum „Anfüttern“ der Kunden bietet man dann kostenlose und niedrigpreisige Info-Produkte an, in Form von PDF oder Video. So hat der Kunde (wenn das Material gut gemacht ist) schon mal einen Wert und eine positive Assoziation mit dem Anbieter.

Natürlich erforscht man, welche Suchbegriffe die Zielgruppe interessieren, und schreibt hoffentlich vernünftige Artikel, in denen man jene Suchbegriffe sinnvoll verwendet.

Weg 2: Affiliate Marketing, unterstützt durch Info-Produkte

Affiliate bedeutet in Kurzform, man macht Werbung für Produkte und Dienstleistungen anderer Anbieter. Dafür erhält man Provisionen. Je nach Vertrag bekommt man Geld nur dafür, dass der Besucher auf den Link klickt, oder erst dann, wenn der Besucher dort auch etwas kauft.

Wie und wann Affiliate funktioniert

Was nicht mehr funktioniert (Stand: April 2015) ist, den Seitenbesucher mit Bannern zu bombardieren oder wild irgendwelche Sonderangebote einzublenden.

Wenn Affiliate aber sehr gezielt auf die Besucher des Blogs zugeschnitten ist, dann stellt es sogar eine Dienstleistung gegenüber dem Besucher dar. Wer hat heutzutage noch Zeit, etwas zu suchen? Wenn der Anbieter für mich sucht, und schlau sucht, spart mir das Zeit und Nerven.

Ich persönlich freue mich, wenn ich gezielte Angebote erhalte, die mich wirklich interessieren. So erhielt ich vorgestern (22.04.2015) ein Angebot von MAGIX. Als langjähriger Fan der MAGIX-Multimedia-Programme erhielt ich den Vorschlag, das Profi-Musikprogramm Samplitude Pro zum halben Preis zu kaufen. Gleich zugegriffen. Gut für mich, gut für MAGIX.

Die Besucher kennen

Sie müssen also wissen, wer auf Ihre Seite kommt und was er/sie wahrscheinlich dort sucht.

Wenn Sie eine Seite für Kochrezepte haben, sind Ihre Besucher vielleicht interessiert an Kochmessern oder benutzerfreundlichen Pfannen?

Wenn Sie eine Seite über Norwegische Waldkatzen haben, sind die Besucher interessiert an Züchtern aus Ihrer Gegend oder an günstigen Deals für Katzenfutter oder Kratzbäume?

Unter 1.000 Besuchern pro Tag lohnt es sich nicht

Damit überhaupt irgendjemand auf etwas klickt, brauchen Sie reichlich Besucher. 1.000 pro Tag ist ein Anfang; darunter wird es sich kaum lohnen.

Wie bekomme ich denn Besucher?

Sie brauchen ein Thema, das

  • genügend Leute interessiert
  • nicht von Konkurrenz erstickt wird

Das Losungswort der letzten paar Jahre, seit ca. 2011, heißt „Nischenblog“

Sie finden also eine Nische, ein Thema, zu welchem Sie Inhalte liefern, welche genügend Besucher interessieren. Das Thema ist also

  • allgemein genug, dass es genügend Interessenten anzieht
  • speziell genug, dass Sie ausreichend relevante Inhalte zur Verfügung stellen können und nicht sofort von Konkurrenz erdrückt werden

Außerdem:

  • Es sollte noch nicht so viele Seiten zum Thema geben
  • Das Thema sollte eine Verbindung zu etwas haben, mit dem andere Anbieter Geld verdienen

Eine Seite zum Thema Seife ist bestimmt toll, aber damit lässt sich nicht genug Geld verdienen, weil ein Stück Seite meistens nicht viel kostet. Eine Seite zum Thema Saunen, Dampfbäder oder Komplettküchen könnte mehr Potenzial haben – wenn die Inhalte so sind, dass die Besucher interessiert sind.

Publikum aufbauen

Blog-Großmeister Jon Morrow sagt, man solle erst das Publikum aufbauen und dann den Blog. Das heißt, man schreibt erst einmal für andere Blogs und Plattformen, macht den eigenen Namen bekannt, und eröffnet dann eine eigene Seite.

Dies ist ein guter Ansatz, wenn man Weg 1 gehen will und sich als Experte für einen Service bekannt machen will.

Für themenorientierte Seiten ist dieser Ansatz kaum praktikabel.

Folgende Ansätze sind vermutlich die wichtigsten:

  1. Gute Inhalte
  2. Viel Geben im Vorwege
  3. Social Media
  4. Multiplikation durch Zielgruppenbesitzer
  5. Aktives Netzwerken, online und offline

Wie mache ich das?

Gute Inhalte

Welche Inhalte sind gut? Genau diejenigen, die von vielen Besuchern gelesen werden.

Viel Geben im Vorwege

Ich gebe wertvolle Informationen und gute Tips und helfe auch mal unentgeltlich. Sobald meine Seite genügend Besucher hat, dass sich ein Forum lohnt, gebe ich Unterstützung und werthaltige Antworten im Forum.

In Foren anderer Betreiber helfe ich den Besuchern, so gut ich kann, und streue unaufdringlich und gelegentlich mein Angebot ein.

Social Media

Statt Facebook, twitter und Google+ mit meinen Inhalten vollzuballern, streue ich meine Angebote nur ab und zu ein, aufgelockert durch geteilte Cartoons, Kätzchenvideos und interessante Nachrichten.

Multiplikation durch Zielgruppenbesitzer

Wenn ich wirklich gut bin, kann ich den einen oder anderen einflussreichen Menschen dafür gewinnen, meine Inhalte zu teilen – dann erreichen sie sein großes Publikum.

Aktives Netzwerken, online und offline

Wie im Artikel über nachhaltiges Netzwerken beschrieben, manage ich aufmerksam meine Beziehungen.

Im Internet Geld zu verdienen, erfordert keineswegs weniger Zeit und Mühe als das Geldverdienen offline.

Bestenfalls kann man Reihenfolge und Zeitpunkt der eigenen Arbeit besser bestimmen.

Weitermachen?

Wer sich weiter informieren will und einen realistischen Zugang zum Thema sucht, ist gut beraten mit allen Seiten von Internet-Profi Peer Wandiger.

Großartige Einsichten zum Bloggen gibt es von Blog-Großmeister Jon Morrow.

VIEL ERFOLG!

 

Bild: StartupStockPhotos

 

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2 Kommentare

  1. Hallo Alexander,

    bei deinen beiden „anfänglichen Irrtümern“ musste ich ja schmunzeln.

    Deinem Fazit kann ich mich nur anschließen: Möglich ist es Geld zu verdienen, die Scheine rieseln aber nicht vom Himmel.

    Beste Grüße

    Denise

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