Ganz anders arbeiten: Bedingungsloses Grundeinkommen

Füllhorn
Grundeinkommen

Eine Stellungnahme zum bedingungslosen Grundeinkommen

von Agnes

„Der Mensch ist noch nicht viel wenn er warm wohnt und satt zu essen hat. Aber er muss warm wohnen und satt zu essen haben damit die bessere Natur sich in ihm regen kann.“
(Friedrich Schiller)

Dieses Zitat beschreibt gut, welche Idee hinter dem bedingungslosen Grundeinkommen steht.

Bisher ist unser Verständnis, dass wir Geld für Arbeit erhalten oder weil wir Bedürftigkeit nachweisen und zwar unter sehr strengen Kontrollen.

Verständnis des bedingungslosen Grundeinkommens ist, dass jeder ein Grundeinkommen erhält egal ob er arbeitet und unabhängig von seiner Situation.

Götz Werner, der Gründer der Drogerie Kette DM und ein großer Befürworter des BGE, schlägt vor, jedem deutschen Staatsbürger und jedem in Deutschland lebenden Ausländer mit mind. fünfjähriger Aufenthaltsgenehmigung ein Grundeinkommen in Höhe von EUR 1.500 pro Monat auszuzahlen.

Das Grundeinkommen soll die folgenden vier Kriterien erfüllen:

  1. Die Existenz sichern und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen
  2. Einen individuellen Rechtsanspruch darstellen
  3. Ohne Bedürftigkeitsprüfung ausgezahlt werden
  4. Keinen Zwang zur Arbeit bedeuten

Die Finanzierung dafür ist bereits jetzt gesichert. Wir produzieren genügend Güter und Dienstleistungen. Von ihnen leben wir, nicht vom Geld. Geld ist ein Tauschmittel ohne jeden Eigenwert.

Es ist genug Geld da, nur schlecht verteilt

Die Bürger der DDR kannten die entgegengesetzte Situation. Sie hatten genügend Geldscheine in den Taschen aber die Regale waren leer.

Unser Problem ist die gerechte Verteilung des Tauschmittels Geld.

Warum also leisten wir uns als Gesellschaft Kinder- und Altersarmut und warum setzen wir Menschen unter Druck und schließen sie von der gesellschaftlichen Teilhabe aus, wenn wir die Möglichkeit haben, dass jeder bescheiden aber menschenwürdig leben kann auch wenn für Ihn kein Erwerbsarbeitsplatz zur Verfügung steht?

Aber dann würde doch keiner mehr arbeiten?

Ein häufig reflexhaft genanntes Gegenargument ist. „ Es würde ja keiner mehr Arbeiten“ Laut einer Studie würden ca. 45 % der nun in einem bezahlten Arbeitsverhältnis stehenden bei Einführung eines Grundeinkommens weniger Arbeiten.

Die Frage ist aber wenn nun eine alleinerziehende Mutter, die vorher 40 Stunden gearbeitet hat nun nur noch 20 Stunden arbeitet um sich mehr um Ihre Kinder zu kümmern. Hat sie dann weniger gearbeitet?

Was ist Arbeit, was ist Beitrag zur Gemeinschaft?

Auch dieses Denken, dass nur Erwerbsarbeit richtige Arbeit ist verhindert bei einigen Menschen, sich das Grundeinkommen vorstellen zu können.

Die Erfolgsgeschichte der Rationalisierung hat dazu geführt, dass zwar immer mehr produziert wird, aber dass dafür immer weniger Menschen gebraucht werden.

Es werden immer mehr Menschen Zeit haben. Zeit sich um die Familie zu kümmern und sich ehrenamtlich zu engagieren, Zeit zu Lernen, Zeit nachzudenken.

Der Gemeinschaft ist eher geholfen durch jemanden, der durch Bildung die Lösung für das Reisen durch Schwarze Löcher findet als durch jemanden der einer Tätigkeit nachgegangen ist, die auch eine Maschine erledigen kann.

Und was ist mit den Menschen, die nichts tun wollen?

Nur den ganzen Tag in der Hängematte liegen?

Ja, auch dass muss möglich sein ansonsten wäre das Grundeinkommen ja nicht bedingungslos. Dass es Menschen gibt die sich ausklinken, meistens auf Grund von Krankheiten wie Alkoholismus oder sozialer Störungen das ist ja auch heute so.

Und der heutige Umgang mit Menschen die Harz 4 beziehen beschämt jeden, der sich mit diesem Thema näher befasst hat.

Das Grundeinkommen wird für jeden da sein auch für den, den wir nicht mögen.

Der normal Fall wird aber der sein, dass die Menschen weiter tätig sind. Und es wird auch weiterhin Menschen geben, die sehr viel verdienen und andere die weniger bekommen.

Vermutlich werden die Lohne insgesamt sinken, da das Gehalt die Existenz des Arbeitnehmers nicht mehr sichern muss. Arbeitsplätze im Reinigungsgewerbe oder in Schlachthäusern werden vermutlich im Verhältnis künftig besser bezahlt werden.

Durch das Grundeinkommen fällt der Zwang weg, jede Arbeit anzunehmen.

Und wenn das Grundeinkommen eingeführt worden ist und es geht wirklich keiner mehr Arbeiten?

Was ist denn dann das Schlimmste was passieren kann. Eigentlich doch nur dass es wieder rückgängig gemacht wird und alles so weiterläuft wie jetzt.

Fazit:

Idee ist also, dass man Geld nicht mehr für Arbeit erhält und auch unabhängig von der persönlichen Situation.

Meine Hoffnung ist, dass immer mehr Menschen die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens denken können.

Die Ersten die vom Fliegen geträumt haben wurden vermutlich ausgelacht. Aber wenn der Mensch nicht hätte denken und träumen können wie es ist zu fliegen dann hätten wir heute keine Flugzeuge.

 

Bild: ariesjay

 

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