Fixe Kosten statt unkalkulierbarer Risiken: Gewerbeversicherungen

Text von Katharina Lange

Die Ausübung eines Gewerbes oder einer freiberuflichen Tätigkeit ist mit Risiken verbunden. Für einige davon sind Sie als Unternehmer allein verantwortlich – zum Beispiel dafür, dass Sie Kunden für Ihre Produkte oder Dienstleistungen finden.

Andere wiederum lassen sich auf Versicherungen übertragen. Für den Einzelnen unkalkulierbare Schäden werden auf eine Gefahrengemeinschaft übertragen. Nach dem mathematischen Gesetz der großen Zahl werden Risiken beherrschbar.

Statt Kapital in Rücklagen zu binden, die im Schadenfall möglicherweise nicht reichen, können Sie Beiträge für Gewerbeversicherungen als fixe Kosten in Ihrer Kalkulation berücksichtigen und sind umfassend geschützt.

Vermögen vor dem Zugriff Dritter schützen

Wenn Sie Versicherungen nach der Relevanz für Ihren Betrieb vergleichen, ist die Haftpflichtversicherung wohl die unangefochtene Nummer eins. Sie schützt Ihr Vermögen als Ganzes gegen Schadensersatzforderungen.

Die Juristen des Versicherers prüfen für Sie, ob Sie überhaupt für einen Schaden aufkommen müssen. Das kann aufgrund der unterschiedlichen Rechtsgrundlagen, zum Beispiel dem Produkt- und Umwelthaftungsgesetz, sehr aufwendig sein.

Je nach Ergebnis dieser Prüfung bezahlt der Versicherer berechtigte Forderungen oder wehrt unberechtigte bzw. überzogene Ansprüche für Sie ab – notfalls auch vor Gericht.

Die Deckungssumme für solche Schäden umfasst meist mehrere Millionen Euro. Das ist wichtig, denn je nach Rechtsform Ihres Unternehmens haften Sie für Schadensersatzansprüche unbegrenzt, auch mit Ihrem Privatvermögen.

Welche Haftpflichtversicherungen Sie genau benötigen, sollten Sie am besten zusammen mit einem Experten klären, rät das Vergleichsportal 9Brands.

Manche Haftpflichtversicherungen sind gesetzlich vorgeschrieben, zum Beispiel für Bewachungsunternehmen, Wirtschaftsprüfer und Architekten. Die meisten Haftpflichtdeckungen sind zwar freiwillig, aber wegen des hohen Schadenpotenzials dringend zu empfehlen. Kern des Versicherungskonzepts ist die Betriebshaftpflichtversicherung, die durch weitere Bausteine ergänzt werden kann.

Während die Haftpflichtversicherung passiven Rechtsschutz bietet, also wenn gegen Sie Forderungen erhoben werden, ist für die aktive Rechtsverfolgung eine Rechtsschutzversicherung erforderlich. Sie übernimmt die Kosten von Anwalt, Gericht und Sachverständigen, wenn Sie selbst Ansprüche durchsetzen wollen.

Je nach Art Ihres Gewerbes ist auch eine Kreditversicherung sinnvoll, die Sie gegen Forderungsausfälle absichert.

Sachwerte und Ertragsausfälle versichern

Sachversicherungen beziehen sich auf die technische und kaufmännische Betriebseinrichtung, Waren und andere Vorräte sowie gegebenenfalls auf ein eigenes Betriebsgebäude. Die angebotenen Deckungskonzepte funktionieren ähnlich einer privaten Hausrat- und Gebäudeversicherung.

Versicherungsschutz besteht gegen benannte Gefahren wie Brand, Einbruch, Leitungswasser und Sturm. Empfehlenswert ist die Versicherung weiterer Naturgefahren wie Überschwemmung und Erdbeben.

Die allgemeine Sachversicherung wird ergänzt um technische Spezialversicherungen insbesondere für Maschinen und Elektronikanlagen, zum Beispiel PC, Server und Telekommunikation.

In diesen Versicherungszweigen sind weitere Gefahren versicherbar, vom Bedienungsfehler bis hin zum Computervirus. Über Zusatzbedingungen oder einen separaten Vertrag lässt sich die Versicherung der Sachschäden erweitern um Ertragsausfälle, wenn nach einem Sachschaden Gewinne wegfallen, fixe Kosten aber weiter zu zahlen sind. Transportversicherungen sind wichtig, wenn Sie mobile Risiken haben, zum Beispiel Warenversand oder Transporte zwischen Baustellen.

Persönliche Versicherungen nicht vergessen

Vermögen und Sachwerte sind versichert – aber was ist mit Ihnen selbst, Ihrer Arbeitskraft, Ihrer Gesundheit, Ihrer Altersversorgung? Als Selbstständiger müssen Sie sich um viele Dinge selbst kümmern, die bei Arbeitnehmern über die Sozialversicherung geregelt sind.

Sie haben die Möglichkeit einer erstklassigen Versorgung über eine private Krankenversicherung. Die private Rentenversicherung in Form der Rürup-Rente wird steuerlich in gleicher Weise gefördert wie die gesetzliche Rentenversicherung. Schließen Sie außerdem eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab, die auf eine Umorganisationsklausel verzichtet.

Falls Sie körperlich nicht mehr mitarbeiten können, werden sie dann nicht gezwungen, den Betrieb so zu organisieren, dass Sie künftig nur noch leitend tätig sind.

 

Bild: William Barnes Wollen, Public Domain

 

 
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (3 votes, average: 5,00 out of 5)

Loading...

Print Friendly, PDF & Email

Speak Your Mind

*