Ethik-Banken: Eine Alternative?

Sind sogenannte „Ethik-Banken“ eine Alternative zu anderen Bank-Geschäftsmodellen?

In diesem Artikel befasse ich mich mit den folgenden Fragen:

  1. Was bedeutet Ethik-Bank?
  2. Warum sind die ethischer? Sind sie das wirklich? Oder werden da nur Schlagworte vermarktet?
  3. Was sind meine persönlichen Anforderungen an eine Ethik-Bank?

Teil 1: Was bedeutet „Ethik-Banken“?

Unter dem Begriff „Ethik-Banken“ werden Banken geführt, die bezüglich ihrer Geschäftspolitik, extern und intern, höhere ethische Standards anlegen als die meisten anderen Banken.

Dies kommt in verschiedenen Ausformungen:

  • Bestimmte Investitionen werden gemieden
  • Spezialisierung auf einen Bereich von Investitionen
  • Anderer Umgang mit Partnern, insbesondere höhere Transparenz

Form 1: Bestimmte Investitionen werden gemieden

Ethische oder auch grüne Banken genannte haben vor allem ethische und moralische Grundsätze. Sie fühlen sich dem Menschen und der Umwelt verpflichtet und werden deshalb nicht in die Atomkraft oder in Geschäfte der Rüstungsindustrie investieren.

Auch Spekulationen, die den Bereich Nahrungsmittel und Ernährung für die Weltbevölkerung umfassen, sind auf der Negativliste der ethischen Banken vorhanden.

Auch Betriebe, die nur teilweise in diesen Bereichen Umsätze erzielen, werden als Partner abgelehnt. Darüber hinaus prüfen die Ethik-Banken, ob Unternehmen mit Kinderarbeit Geld verdienen, Arbeitnehmerrechte verletzen und Umweltstandards ignorieren.

Diese Ausschlusskriterien gelten für Produktionsstandorte weltweit und oft wird zusätzlich überprüft, ob die Zulieferer der Unternehmen ebenfalls diese Standards einhalten.

Form 2: Spezialisierung auf einen Bereich von Investitionen

Andere Ethikbanken arbeiten mit Positivlisten: Sie verlangen nicht nur, dass Ihre Kunden bestimmte Dinge nicht tun, sondern fordern strenge Anforderungen für eine Zusammenarbeit ein.

Geschäftspartner müssen zum Beispiel explizit den Umweltschutz und faire Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern fördern. Es genügt nicht, auf eindeutig unethisches Verhalten zu verzichten.

Stattdessen müssen Unternehmen aktiv ethisches Verhalten praktizieren und fördern. Zusätzlich bieten solche Banken häufig gemeinnützigen Organisationen unterschiedliche Leistungen wie günstige Girokonten und preiswerte Darlehen.

Bei der privaten Kreditvergabe beschränken sich manche Geldhäuser auf Kredite für Solaranlagen, energetische Sanierungen, Passivhäuser und ähnliches.

Form 3: Anderer Umgang mit Partnern, insbesondere höhere Transparenz

Ethik-Banken bieten den eventuellen Neukunden die Möglichkeit, sich umfassend über die Projekte, die Anlagekriterien und die Grundsätze, nach denen die Bank arbeitet, zu informieren.

Der Kunde soll wissen, wo sein Geld hingeht.

SPIEGEL Online berichtete im Juni 2009 über einen Fall, wo die „EthikBank“ Geschäftsbeziehungen zur Allianz-Versicherung beendete, weil die Allianz einen winzigen Anteil (unter 1% ) an EADS hielt, und EADS ist aktiv in der Rüstungsindustrie.

Die EthikBank veröffentlicht laut Selbstauskunft jeden Kredit und jedes Investment. Die Kredite, nach meiner eigenen Recherche am 01.02.2018 jedoch anonym. Die Investments werden präzise offengelegt mit einer sehr ausführlichen Analyse des jeweiligen Unternehmens.

Teil 2: Warum sind die ethischer? Sind sie das wirklich? Oder werden da nur Schlagworte vermarktet?

Vor einer Weile las ich „Im Sektor der gemeinnützigen Organisationen hat sich die Perspektive verschoben weg von ‚Was nützt unserer Gesellschaft jetzt am meisten?‘ hin zu ‚Welche Schlagworte bringen die höchsten Spenden?‘ Es ist weitgehend finanziell motiviert und getrieben von ideologischen Modeströmungen.“

Nach einem Gespräch mit jemandem, der die Szene kennt, scheint das zumindest als Tendenz nicht so weit hergeholt.

Möglich, dass es bei den Ehtik-Banken zum Teil ähnlich läuft.

Klare Sache, das Nicht-Engagement in Rüstung und unmenschliche Arbeitsbedingungen ist ein Schritt in Richtung Ethik.

Die Transparenz ist ein weiterer Pluspunkt. An zu vielen Stellen wird nach meiner Meinung zu viel versteckt. Das detaillierte Veröffentlichen aller Investments wäre für mich eine Mindestanforderung, wird aber nicht von allen Banken praktiziert.

Und, auch Transparenz ist keine Garantie für Unfehlbarkeit. Wenn eine große Menge Menschen dem gleichen Irrtum unterliegt, dann unterstützen diese vielen Menschen einen Irrtum, ganz transparent.

Menschengemachter Klimawandel?

Dazu gehört für mich das leidige Thema „menschengemachter Klimawandel“. Ich recherchiere nun seit 30 Jahren (Stand: Februar 2018) zu dem Thema und bin immer noch kein bisschen schlauer. Viele „Experten“, wenn ich sie frage, drücken ihr Kruzifix gegen mein Gesicht und bewerfen mich mit Knoblauch und Weihwasser.

Diejenigen, mit denen ich rede, Meteorologen, Geologen, Chemiker, Journalisten, liefern wenig Brauchbares. Die Beweislage ist einfach dünn bis widersprüchlich. Emotionales Rumkreischen ändert das leider auch nicht.

Soziale Entwicklung?

Ebenso gibt es soziale Modelle, die möglicherweise nicht ganz so ausgereift sind, wie ihre Vertreter das gerne hätten. Emotionales Rumkreischen ist auch da keine so substanzielle Beweisführung. Vielleicht sind manche dieser Modelle auch nicht der Knaller.

Ethisch oder modisch?

Und doch wird von vielen der Kampf gegen den menschengemachten Klimawandel unterstützt und als besonders „ethisch“ verkauft. Vielleicht ist er das und ich habe nur ein paar Sachen noch nicht verstanden. Vielleicht ist es Quatsch.

Bei der „Bankenkrise“ war ja eher das Problem, dass Banken sich verzockt hatten und dann auf Kosten der Steuerzahler gerettet wurden. Das finde ich unethisch; wir wurden ganz schlicht beklaut. Da erhielt das Wort „Bankraub“ eine ganz neue Bedeutung.

Nach Meinung eines großen Teils des libertären Lagers sind bereits Kapitalgesellschaften ethisch problematisch, weil es dort leicht ist, sich als Mitwirkender aus der Verantwortung zu ziehen.

Teil 3: Was sind meine persönlichen Anforderungen an Ethik-Banken?

Für mich steht an allererster Stelle, dass mein Konto-Guthaben, so weit in einer Fiat-Währung möglich, gesichert ist.

An zweiter Stelle kommt für mich Transparenz. Ich will wissen, an welchen Investitionen ich mitwirke, ohne das aktiv zu steuern.

Ich finde meine Bank, die Hamburger Sparkasse AG, bereits recht transparent, preisgünstig und unkompliziert. Fürs Erste bleibe ich dort (Stand: Februar 2018).

 

Titelfoto: Alexas_Fotos

 

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