Chance und Risiko: So starten Sie erfolgreich in die Selbständigkeit

Text von Katharina Lange

Wenn die Kollegen wieder einmal nerven, der Chef Unmögliches verlangt oder die Arbeit in der Firma nicht wertgeschätzt wird, liegt der Gedanke nahe, das Angestelltenverhältnis gegen eine selbständige Tätigkeit einzutauschen. Doch der Schritt in die Freiheit sollte gut überlegt sein, denn er bietet nicht nur Chancen für die persönliche Entfaltung, sondern auch zahlreiche Risiken in sich.

Deshalb rät das Business-Portal http://www.gruendercheck.com/ dazu, im Vorfeld das Pro und Contra einer Selbständigkeit gut abzuwägen.

Freiheit durch Selbständigkeit

Auch wenn natürlich die konkreten Gründe, warum sich jemand für eine selbständige oder freiberufliche Tätigkeit entscheide, ganz unterschiedlich sein können, hat diese Arbeitsform einige Vorzüge, die in nahezu allen Berufssparten zu finden sind.

Dadurch, dass ein Selbständiger sich nicht vor einem Vorgesetzten rechtfertigen oder sich in übergeordnete Firmenstrukturen einfügen muss, kann er seinen Arbeitsalltag in hohem Maß selbst bestimmen. Er kann sich nicht nur frei für bestimmte Arbeitsbereiche, Tätigkeiten und Auftraggeber entscheiden, sondern auch seinen gesamten Arbeitsalltag nach seinen eigenen Bedürfnissen gestalten.

Dank der Möglichkeit, die Arbeitszeiten flexibel zu gestalten, ist es beispielsweise problemlos möglich, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bekommen. Auch freie Tage und Urlaubszeiten müssen nicht mit Kollegen abgestimmt werden. Zudem kann es ungeheuer befriedigend sein, berufliche Entscheidungen unabhängig treffen zu können und auch den Erfolg ausschließlich der eigenen Motivation und Arbeitskraft zuschreiben zu können. Nicht zuletzt bietet die Selbständigkeit die Möglichkeit, ein Hobby zum Beruf zu machen und sich so beruflich mit etwas zu beschäftigen, das auch langfristig wirklich Freude macht.

Dies kann auch den Kunden entgegenkommen, die für Nischenbereiche, die von großen Firmen nicht abgedeckt werden, kompetente Ansprechpartner finden. Im Erfolgsfall sind die Verdienstmöglichkeiten dann auch wesentlich größer als in einem Angestelltenverhältnis, da der Gewinn ausschließlich dem Selbständigen selbst zufließt.

Risiken der unternehmerischen Freiheit

Paradoxerweise sind viele dieser Vorteile gleichzeitig auch die Schattenseiten der Selbständigkeit. Gerade in der Anfangszeit, wenn sich ein Selbständiger oder Freiberufler erst noch auf dem Markt etablieren muss, liegt der Verdienst meist unter dem Einkommen eines gleichwertig beschäftigten Angestellten.

Außerdem trägt natürlich der Selbständige auch das gesamte unternehmerische Risiko alleine. Trifft er eine Fehlentscheidung, gibt nicht das Sicherheitsnetz einer größeren Firma, das ihn auffangen könnte. Zudem steht er unter ständigem Erfolgsdruck und muss lernen, mit unregelmäßigen Einkünften zu kalkulieren. Dies erfordert ein stabiles Selbstbewusstsein und ein hohes Maß an Eigenmotivation, die auch in schwierigen Zeiten nicht nachlässt.

Da ein Selbständiger auch keine Arbeit an Mitarbeiter delegieren kann, hat dies häufig zu Folge, dass die Arbeitszeit deutlich länger ist als bei Angestellten. Nicht umsonst sagt eine bekannte Redensart, dass Selbständigkeit bedeutet, dass man selbst und ständig arbeitet. Die Folge kann ständige Überforderung und sogar ein Burnout sein.

Freiheit lässt sich planen

Auch wenn von außen betrachtet viele erfolgreiche Selbständige den Eindruck vermitteln, dass sie ihren beruflichen Weg mit Leichtigkeit gegangen sind und ihnen dabei einfach das Glück in den Schoß gefallen ist, steckt in der Regel eine gute Vorbereitung und harte Arbeit dahinter.

Um einem Scheitern vorzubeugen sollte jeder, der sich für den Schritt in die Selbständigkeit interessiert, sich und seine Geschäftsidee gründlich prüfen. Nur wer eine am Markt gefragte Leistung anbietet, über die dafür notwendigen Kenntnisse und Ausbildungen verfügt und von seiner Persönlichkeit her für eine eigenständige und selbstverantwortliche Tätigkeit geeignet ist, wird auch langfristig Erfolg haben.

Neben einem tragfähigen Konzept ist auch ein fundierter Businessplan notwendig, da dieser die Grundlage für Kredite und die Beantragung von Fördermitteln darstellt. Auch wer im eigenen Berufsbereich langjährige Erfahrung besitzt, verfügt nicht unbedingt über die Kenntnisse in Buchhaltung und Verwaltung, die durch die Selbständigkeit abverlangt werden. Deshalb empfiehlt es sich, an einem Existenzgründungskurs teilzunehmen. Wenn Sie gut vorbereitet sind und Ihre Chancen und Fähigkeiten realistisch einschätzen, können auch sie mit einer selbständigen Tätigkeit erfolgreich sein.

 

Foto: alehidalgo

 

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