Was lehrt uns Bruce Lee über Vertriebscontrolling?

Was können wir aus den Lehren von Bruce Lee auf Vertriebscontrolling übertragen?

Bruce Lee war ein Revolutionär der Kampfkünste. Im Alter von 18 Jahren kam er in die USA, gab zunächst Tanzunterricht und unternahm dann mehrere Versuche, Schulen für Kung Fu zu gründen. Erst trainierte er formlos Kommilitonen an seiner Universität, baute dann erfolgreich mehrere Kwons (Schulen) auf.

Auch bei höchster Qualität braucht der Erfolg viel Arbeit und Zeit

Bruce Lee war für die damalige Zeit, zumindest im Westen, ein außergewöhnlicher Kampfkünstler mit herausragenden Fähigkeiten und beispielloser Kampfstärke.

Er schrieb ein Buch über Kung Fu, vielleicht wegen der erhofften Werbewirkung.

Erst langsam und allmählich sprach sich sein grandioses Talent herum, und schließlich unterrichtete er Schauspielergrößen wie Steve McQueen und James Coburn.

Obwohl er bereits viele Jahre Filmerfahrung hatte (gesammelt in Hongkong) und obgleich er außergewöhnliches Charisma auf die Leinwand brachte, dauerte es Jahre, bis Hollywood ihm eine Chance gab, und diese auch nur in einer albernen B-TV-Serie namens „The Green Hornet“.

Außerdem ein paar kurze Nebenrollen in einigen Filmen und Serien. Der Durchbruch als Filmstar gelang ihm erst bei seiner Rückkehr nach Hongkong.

Bruce brauchte ca. 8 harte Jahre, um schließlich wirtschaftlich und ideell seinen wohlverdienten Durchbruch zu erzielen – mit dem Film „The Big Boss“ – obwohl sein Angebot herausragend und einzigartig war.

Neuerungen sind erstmal ärgerlich und provozieren oft Widerstand

Bruce stellte die traditionellen Lehren des Kung Fu in Frage. Er fand, dass einige der Formen starr und unzweckmäßig waren. Diese Hinterfragung wurde möglicherweise durch seinen Lehrer Yip Man inspiriert, bei dem Bruce WingTsun gelernt hatte. Die Auflösung starrer Formen ist ein traditionelles Thema im WT. An die Stelle der Formen treten Prinzipien.

Außerdem unterrichtete Bruce Nicht-Chinesen, was für die traditionellen Schulen undenkbar war.

Aus dem einfachen Grund, dass Bruces Ideen zutreffend und wirksam waren, setzten sie sich relativ zügig durch. Heutzutage gehören Bruces Ansätze zu grundlegenden Selbstverständlichkeiten in der modernen Kampfkunst. Aber zu Anfang bekam er eine Menge Ärger.

Wenn Sie also eine Neuerung einführen wollen, rechnen Sie mit Widerstand.

Bedenken Sie aber bitte, dass der Widerstand nicht ausschließlich daher kommen muss, dass Menschen ihre Gewohnheiten nicht ändern wollen. Manchmal kommt der Widerstand auch daher, dass die Idee Blödsinn ist.

Das Lernen hört nie auf

Bruce riet all seinen Schülern, jeden erdenklichen Ansatz auszuprobieren, alles im Zusammenhang mit ihrem Themengebiet zu lernen, jeden erdenklichen Ansatz auszuprobieren und es dann wieder zu vergessen, um offen für die direkte Erfahrung zu sein.

So integrierte er Ansätze aus dem Judo, dem amerikanischen Boxen, der Fechtkunst, dem Jiu-Jitsu und anderen Methoden, um das Jeet Kune Do zu schaffen. Er sagte „lerne alles, probiere alles aus, behalte das Nützliche, vergiss das Unnütze, und bleibe immer offen für die Erfahrung.“

Sehr ähnliche Aussagen habe ich gefunden bei verschiedenen Menschen, die Meisterschaft in ihrem Bereich erlangt hatten, z.B. bei Eddie van Halen über sein Gitarrenspiel oder bei Claus Kostka, einem sehr erstaunlichen Psychotherapeuten, über das Erlernen therapeutischer Methoden.

Übung ist das Wichtigste

Es ist fast ein Running Gag in allen möglichen Disziplinen: „Die drei Geheimnisse, wie man ein Meister wird? Üben, üben, üben.“

Bruce Lee übte ohne Unterlass. Während er an den Rollstuhl gefesselt war (nach einer Verletzung beim Training), übte er halt seinen Geist, sogar während der Krankengymnastik. Sobald er wieder seine Beine benutzen konnte, übte und trainierte er unermüdlich weiter Schritte, Drehungen, Schläge und Tritte.

Er trainierte Muskeln und Beweglichkeit in einer Intensität, die bereits in Richtung Besessenheit geht.

Dies war einer der Gründe, warum er so außerordentlich gut in seiner Disziplin war.
Ein Vertriebscontroller, der sich unermüdlich mit Rechnungswesen, Kalkulation, Vertrieb, VBA und Datenbanken befasst, wird bald ähnlich gut in Form sein.

Prinzipien statt Formen

Anstatt starre Formen zu unterrichten und deren sklavische Wiederholung zu verlangen, lehrte Bruce Lee Prinzipien, deren Anwendung flexibel bleibt. Dies ist auch ein Ansatz im WingTsun.
Prinzipien sind auf viele Situationen anwendbar. Starre Vorgaben sind auf deutlich weniger Situationen produktiv anwendbar.

Dies lässt sich auf das Vertriebscontrolling ohne Weiteres übertragen. So wäre z.B. die Aussage „Negative Deckungsbeiträge dürfen niemals sein!“ sehr starr.

Wenn es die Möglichkeit gibt, Cross-Selling mit ertragreichen Produkten zu erreichen, sind auch negative DB1 völlig in Ordnung. Dies wird seit Jahrzehnten bei Tintenstrahldruckern (die Drucker bringen nichts, aber die Tintenpatronen haben eine hohe Marge) oder in der Logistik (Transport selbst bringt nichts, aber Nebenleistungen sind lukrativ) angewandt.

Das Prinzip wäre hier die Frage „welches GESAMT-Geschäft bringt den optimalen Gewinn?“

Zu viel von etwas ist nicht immer gut / Extreme provozieren ihr Gegenteil

Bruce Lee war unermüdlich und permanent unter Spannung. Er hat immer weiter gewollt und nur selten Pause gemacht. Möglicherweise war dies ein Beitrag zu seinem frühen Tod.

James Coburn meinte dazu „Diese ungeheure Energie musst Du verbrauchen, sonst verbraucht sie Dich.“

Die rastlose Verfolgung von Stärke wurde schließlich zu einer Schwäche, weil sie Bruce nicht nur Motivation gab, sondern auch dauernde Unzufriedenheit.

Eines Tages kippte die Spannung um und schickte Bruce Lee in den ultimativ hilflosen, schwachen Zustand eines Komas.

Ich weiß nicht, ob es hier einen kausalen Zusammenhang gibt, vermute aber, dass jedes Extrem irgendwann in sein Gegenteil umkippt.

Der Vertriebscontroller, der sich nur mit Zahlen und Rationalisierung befasst, wird ebenso wenig vorankommen wie derjenige, der sich nur mit der sozialen Seite seines Umfeldes befasst.

Mischung ist gut. Eine breite Mischung ist ein Grundprinzip der Natur.

Abschließend noch eine kleine Erinnerung von unserem großen Lehrer, Hausmeister Mr. Miyagi: „Immer dran denken: Beste Möglichkeit nicht getroffen werden – nicht da sein.“

In diesem Sinne

VIEL ERFOLG!

 

Bild: tee2tee

 

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