Benotung von Teilnehmern

Nach welchen Kriterien – und wie streng – benote ich meine Teilnehmer?

Ich unterscheide zunächst zwischen drei Kategorien:

  1. Kurse, bei denen ich selbst die Prüfung abnehme und eine Note vergebe, die in ein Abschlusszeugnis eingeht
  2. Kurse, bei denen ich Zwischenprüfungen abnehme, die in eine Gesamtnote integriert werden, wobei aber eine Abschlussprüfung von jemand anders abgenommen wird
  3. Kurse, bei denen ich Zwischenprüfungen abnehme, die aber keine Relevanz für die Bewertung haben, z.B. weil die Teilnehmer später eine Prüfung vor der Handelskammer, Handwerkskammer, Steuerberaterkammer o.ä. ablegen

Für alle Kategorien gilt für mich, dass ich Einsen und speziell Ergebnisse über 95% nicht verschenken will. Insbesondere deswegen, damit niemand eine unrealistische Vorstellung von den eigenen Fähigkeiten entwickelt.

Ergonomischerweise bereite ich die Prüfungen für Kategorien 1 und 2 sehr viel ausführlicher und gründlicher vor als für Kategorie 3, wo das Prüfungsergebnis keine wirkliche Konsequenz hat – außer psychologisch.

Für manche Menschen, besonders dann, wenn sie lange keine Arbeitsstelle hatten, kann eine schlechte Note eine sehr unangenehme Erfahrung sein – die Konsequenzen von Schulnoten werden in Deutschland generell überschätzt.

Nun bin ich weder Therapeut noch Soziologe, aber ich finde, dass eine Bewertung auf jeden Fall fair sein sollte und eine gute Bewertung nicht unerreichbar sein sollte.

Deshalb finde ich es auch wichtig, dass niemand, der zugehört und mitgemacht hat, durchfällt. Rechnungswesen ist ein schwieriges, umfangreiches und kompliziertes Thema, und es ist überhaupt kein Problem, einen ganzen Raum voller Wirtschaftsprüfer mit 30 Jahren Berufserfahrung komplett durchfallen zu lassen, wenn man nur böswillig genug ist und unsinninge, praxisfremde exotische Themen auswählt.

Ich sage meinen Klassen immer: „Um bei mir durchzufallen, müssen Sie schlafen oder koksen.“

Die ersten 50 Punkte sind bei mir recht gut zu erreichen. Dann wird es langsam schwieriger. Die letzten 5-10 Punkte sind meist nur zu schaffen, wenn jemand intensiv mitgearbeitet hat und einen anspruchsvollen Transfer leisten kann, also das Gelernte auf eine neue Situation übertragen kann.

Es kommt auch vor, dass Teilnehmer von 10 Kurstagen an 2 anwesend sind und dann darauf bestehen, die Klausur zu schreiben. Hier kommt es vor, dass jemand nicht besteht.

Vor einer Weile kam ich zu dem Schluss, dass es hilfreich wäre, meine Bewertungsmaßstäbe transparent zu machen.

Darum habe ich ein PDF erstellt, aus dem meine Kriterien klar hervorgehen.

Viel Erfolg!
 
 
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