5 Wege einen produktiven Einstieg in den Unterricht zu finden

Bevor es losgeht, mit den Teilnehmern klären, wie der Unterricht laufen soll

Welche Schritte gehe ich, um einen guten Einstieg in den Unterricht zu finden?

  1. Philosophie / Ansatz erklären

  2. Regeln und Konsequenzen vereinbaren oder vorgeben

  3. Lehrplan transparent machen

  4. Lernziele und deren Sinn klären

  5. Erwartetes Leistungsniveau klar machen

Philosophie / Ansatz erklären

Ich erkläre, dass ich natürlich bestimmte Regeln beachten muss im Sinne meines Auftraggebers, aber dass ich im Wesentlichen dazu da bin, die Teilnehmer konstruktiv und realistisch zu unterstützen.

Bei mir ist das Lernen teilweise eine Bringschuld, teilweise eine Holschuld. Ich versuche, in einem angemessenen Tempo zu arbeiten, aber wer mir nicht sagt, dass er gerade nicht mitkommt, sollte sich nachher nicht beschweren.

Je nachdem, ob Teilnehmer direkt für die Praxis lernen, eine Prüfung des Instituts absolvieren oder später noch eine Kammerprüfung ablegen, bereite ich schwerpunktmäßig auf die Praxis vor – oder auf die Kammerprüfung.

Meine persönliche Vorliebe liegt bei den praxisrelevanten Inhalten, aber danach geht es nicht. Es geht um das nächste Ziel der Teilnehmer.

131111-checkliste_JPG_SMALLRegeln und Konsequenzen vereinbaren oder vorgeben

Manche Gruppen sind von Anfang an einsichtig und verstehen, dass Nebenunterhaltungen während des Unterrichts für niemanden gut sind.

In manchen Fällen strafe ich mit strengen Blicken und Liebesentzug. Zu meiner Überraschung ist das recht wirksam. Wenn es nicht anders geht, und wenn ich eine benotungsrelevante Prüfung abnehme, kündige ich eine Bestrafung über Prüfungsaufgaben an. Die häufigste Reaktion: „Das ist voll Kindergarten!“ Meine Antwort: „Ja. Und für diese Gruppe angemessen.“

Ich bitte dann um konstruktiven Umgang miteinander und darum, Kritik durchaus zu äußern, aber ohne Schimpfworte. Häufig kommen die Teilnehmer von sich aus mit solchen Vorschlägen.

Lehrplan transparent machen

Der Lehrplan ist entweder von der Qualitätssicherung vorgegeben oder mehr oder weniger frei gestaltbar.

Ich mache dann begründete Vorschläge für Lehrinhalte, die hauptsächlich auf 2 Kriterien beruhen:

Meine Erfahrung, welche Inhalte in der Praxis besonders benötigt werden
Meine Erfahrung mit Prüfungen der letzten Jahre und welche Themen besonders häufig drankommen

Lernziele und deren Sinn klären

Abgesehen von „weil es im Lehrplan steht“ gibt es auch andere Begründungen für Lernziele, insbesondere Praxisbezug und Prüfungsrelevanz.

Erwartetes Leistungsniveau klar machen

Die Teilnehmer sollten wissen, was von ihnen erwartet wird. Dies hängt von mehreren Faktoren ab, z.B.

  • Lehrplan
  • Angestrebte Ziele / Prüfungen
  • Gewünschtes Arbeitsumfeld, also Steuerberater oder Debitorenbuchhaltung im Großunternehmen

Ich schlage vor, das Niveau klar einzugrenzen, mit Begründung, z.B.

„Da Sie alle zum Steuerberater wollen, sollen Sie nach einem 2-Wochen-Kurs Einkommensteuer eine Einkommensteuererklärung eines Arbeitnehmers erstellen können, eines Freiberuflers plus V&V und einer oHG mit einbehaltenen Gewinnen.“

„Um eine Kaufmannsgehilfenprüfung als Bürokaufmann zu bestehen, brauchen Sie die GoB, klassische Buchungssätze, AHK von AV und Skonti rauf und runter.“

„Bei einer Handelskammerprüfung zum Industriefachwirt kann Ihnen selbst Gott nicht helfen, weil er die Aufgaben auch nicht versteht. Die Aufgabenstellungen sind so willkürlich, teilweise aus exotischen Randgebieten und vor allem so unverständlich, dass Ihnen da nur Glück hilft.“

„Als Bilanzbuchhalter haben Sie eine Woche, die Grundlagen der Bilanzierung nach HGB zu wiederholen.“

usw.

Mit Klarheit geht es meistens gut voran.

 

Titelfoto: skeeze

 

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