Wie THE FORCE AWAKENS die moderne Welt endgültig ruiniert und wie wir die Macht wieder ins Gleichgewicht bringen

Nach Ideen von David Wong, Editor beim „Crack“ Magazine

Einige Filme haben die moderne Welt ruiniert.

THE FORCE AWAKENS ist nur einer davon.

Andere sind die ROCKY-Filme und, sehr weit vorne, „The Karate Kid“.

Auch einige Kinderbücher, die ich seinerzeit gelesen habe, haben ihren Beitrag geleistet.

Es beginnt damit, dass der Hauptcharakter in einer problematischen Situation ist. Er trifft dann auf einen Mentor, der ihm etwas beibringt, was er zu dramatischer, aufpeitschender Musik übt.

Nach ein paar Schnittfolgen cooler Trainingsbewegungen zu rockiger Tanzmusik ist der Hauptcharakter ein Experte.

In den Kinderbüchern ist es ein nettes Mädchen oder eine freundliche Lehrkraft.

Das ist übel genug.

Die Heldin in THE FORCE AWAKENS kommt sogar ganz ohne Training aus. Sie hat es einfach drauf.

All das ist absolut irreführend. Die Dinge sind schwieriger.

Für die Klugscheißer: Jaja, Rey ist beseelt von der „Macht“ und ist vielleicht eine Reinkarnation von Anakin Skywalker, dem „Auserwählten“, bla bla bla… Das erklärt in dieser Geschichte ihre herausragenden Fähigkeiten. Was aber implizit dadurch vermittelt wird, ist nicht sehr nutzbringend.

Die implizite Botschaft all dieser Geschichten ist: Du musst nicht viel tun, um gut zu werden.

In dem Film „The Karate Kid“ übt Karate Kid Daniel ZWEI MONATE lang mit einem zugegeben herausragenden Lehrer, und putzt dann reihenweise ältere, größere Jungs weg, die SEIT JAHREN andere größere Jungs umhauen.

In einem meiner Kinderbücher übt der herumgeschubste, dürre Hänfling ein paar Wochen Jiu-Jitsu, um dann den Klassen-Brutalo wegzuklatschen.

Das ist BLÖDSINN. Daniel hätte es in der Wirklichkeit vielleicht in die dritte Runde geschafft, und der Hänfling wäre bestenfalls mit ein paar Schrammen und einem Unentschieden davongekommen.

Jeder, der speziell in unserer Kultur zum ersten Mal etwas Neues lernt, erlebt den Schock, die Diskrepanz zwischen dem, was uns erzählt wurde. Wir dachten, es sei einfach.

Du musst nur GLAUBEN, dass Du es kannst! GLAUBEN ist das Entscheidende! Plus etwas Pep-Talk.

Das ist nicht zutreffend.

Ich habe nichts gegen Pep-Talk. Ein bisschen Aufpeitschung hier und da finde ich ganz nett.

Wunschdenken, wie es sein SOLLTE

Durch all diesen Unsinn haben wir eine vage Vorstellung, wie schwierig es sein SOLLTE, ein Diplom zu erhalten, eine Doktorarbeit zu schreiben, einen geeigneten Partner zu finden, eine gute Beziehung zu führen, usw. Und diese vage Idee ist fast immer KATASTOPHAL falsch.

Ein lohnendes Ziel zu erreichen ist nicht nur ETWAS schwieriger als wir denken, es ist 10 bis 20 Mal so schwierig. Zum Beispiel Abnehmen. Du quälst Dich 6 Monate lang, schaffst es, phänomenale 2 kg abzunehmen, die Du dann wieder zunimmst, durch das Verzehren einer einzigen größeren Mahlzeit.

Deshalb fangen viele Leute eine Diät gar nicht erst an. Weil sie nicht nur schwieriger sind als erwartet, sondern viel viel schwieriger, geradezu kriminell unfair schwer. Und Du denkst: Mit so und so viel Anstrengung SOLLTE ich aussehen wie ein Unterwäsche-Modell.

Das lässt sich auf Vieles anwenden. Die nordwestliche Welt ist voll von frustrierten, erstaunten bis gebrochenen Menschen, die denken „Ich habe so hart gearbeitet, so viele Stunden, ich sollte einen gutbezahlten Job (eine heiße Freundin, einen reichen Freund, ein cooles Auto) haben. Das System muss korrupt sein! Die Regierung, der Kapitalismus, irgendwas muss schief laufen!

David Wong vom „Crack“ Magazine bezeichnet dies als „Leistungs-Schock“.

Der Leistungs-Schock hat die westliche Welt stark irritiert. Denk an die Kreditblase. Millionen von arbeitenden Menschen sagten „Ich habe keine Freizeit, ich arbeite den ganzen Tag, kümmere mich um die Kinder. Wir haben keine tolle Wohnung und kein gutes Auto. Das muss irgendwann besser werden.“

Ich selbst habe Schulden angehäuft, weil ich zum Einen dachte, ich „muss mehr wert sein“, zum Anderen, weil ich dachte, bald kommt die spektakuläre Rettung. Irgendwann MUSS das Universum mir einfach beispringen.

Das kommt unter anderem von völlig verdrehten Erwartungen. Viele sind ent-täuscht, weil sie sich vorher ge-täuscht haben. Ihre Erwartungen waren enorm überzogen.

Du kennst diese Koch-Shows. Der Meisterkoch, der auch betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse hat, besucht ein Restaurant, dem es wirtschaftlich schlecht geht. Der erschöpfte Inhaber sagt: „Wie kann es sein, dass wir Verluste machen? Ich arbeite 90 Stunden pro Woche!“

Das kann viele Gründe haben. Vielleicht ist die Lage nicht gut oder die Speisekarte ist nicht gut auf die Anwohner zugeschnitten.

Die Welt verlangt manchmal mehr. So sehr viel mehr. Und manchmal tun wir viel vom Richtigen, und es kommt trotzdem nix dabei heraus. Wie konnten wir das Erwachsenenalter erreichen und das nicht begreifen? Warum sind unsere Erwartungen so falsch?

Zum Einen, ich bin in den 1970ern und 1980ern aufgewachsen. Deutschland war so reich, unsere Familie war materiell so reich, dass es heute erscheint wie ein Witz. Wir haben 15 DM pro Stunde vom Supermarkt bekommen für das STAPELN VON KARTONS! Und damals waren 15 DM noch Geld, mehr als heute 20 Euro. Die Preise waren paradiesisch niedrig. Alles erschien so einfach.

Dann machte ich mein erstes Praktikum in Valencia und sah, wie die spanische Mittelschicht lebt. Au weia.

Eine lange Reise ins Glück

So um 1990 herum wurde mir klar, dass ich trotz all meiner „Talente“ mit meinen inneren Anspannungen und meiner inneren Verwirrung kein ernsthaftes Erwachsenenleben in Freiheit würde leben können. Ich hatte dauernd Angst vor allem und jedem und konnte nicht identifizieren, was ich wollte. Alles war ein einziges Durcheinander.

Wenn ich etwas mache, dann daddle ich nicht herum, ich ziehe durch. Ich begann also 1991 mit Therapie und Selbsterfahrung und schmiss mich da richtig herein. Ich machte da volle Pulle mit und DACHTE, ich SOLLTE so nach 3 Jahren OK sein.

Der Punkt, an dem ich tatsächlich den Eindruck hatte, so kann es weitergehen, war im Spätsommer 2003.

Für die Nicht-Controller: Das sind 12 Jahre.

Wollen und Glauben? Viel Glück!

Zum anderen, uns wurde erzählt, wie einfach alles ist. Wir müssen nur WOLLEN und GLAUBEN. Die Filme, die Kinderbücher. Fünf Minuten Training zu heißer Musik.

Ein Plan, geschmiedet im Kinderzimmer, und ein Dutzend cleverer italienischer Kinder bringt den örtlichen Mafia-Clan zu Fall, ohne einen einzigen Kratzer abzukriegen. (Die kleinen Gauner von Bampione, Gina Ruck-Pauquet – ein langjähriger Bestseller von 1967.)

Kinder klären schwere Verbrechen auf, mit einfachsten Mitteln, völlig gefahrlos. (Die drei ???, Kalle Blomqvist)

In der realen Welt wären die kleinen Gauner von Bampione in einen Betonsockel eingegossen worden. Kalle Blomqvist wäre im günstigsten Fall auf der Intensivstation gelandet, nach einer Abreibung durch echte Gangster, falls er sich mit seinem Amateur-Chemielabor nicht in die Luft gesprengt hätte.

Die 10.000 Stunden

Wie lange braucht man, um wirklich gut in etwas zu werden?

Die derzeitige Forschung (Stand: Mai 2016) sagt, etwa 10.000 Stunden.

Das heißt, zwei Stunden pro Tag üben, jeden Tag, für fast 14 Jahre.

Bin ich der allwissende Experte? Sicher nicht. Ich bin ein Dozenten-Fuzzi in der Erwachsenenbildung und ein Controller-Fuzzi im Mittelstand. Aber ich habe immerhin keine Schulden mehr und denke auch nicht mehr darüber nach, mein Geld kniend hinter dem Hauptbahnhof zu verdienen. (Jedenfalls nicht mehr oft.)

Als ich mich selbständig machte, dachte ich, mit 35 werde ich der König der Welt sein.

Die erste Selbständigkeit krepierte schon auf der Startbahn. Mit der zweiten erreichte ich immerhin eine gewisse Flughöhe. Nummer drei führte mich auf einen hohen Ikarusflug und dann totalen Absturz durch Selbstüberschätzung. Aus dem Loch arbeitete ich mich 7 Jahre lang sehr langsam wieder heraus, bis die vierte Selbständigkeit zumindest ein bisschen Aufwärtsbewegung brachte.

Jahr für Jahr fühlte es sich an, als würde einfach nichts besser werden. Wenig Geld, viele Schulden, viel Arbeit.

Und es musste sehr vieles passieren, bis ich dorthin gelangte, wo ich jetzt bin. Haufenweise Gratis-Artikel geschrieben, bis jemand auf mich zukam, ob ich für Geld schreiben wollte. Tausende von Stunden unterrichtet, bis ich vernünftig bezahlte Lehraufträge hatte.

Etliche Pitches bei Auftraggebern, Kindergarten-Scharmützel und ernsthafte Auseinandersetzungen mit Teilnehmern. Dann verließ ein Dozent eine bestimmte Schule, um etwas anderes zu tun. Und ich hatte Glück, wurde empfohlen und bekam den Gig. Das Jahr 2015 wurde das erste gute Jahr seit 2008.

”Erfolgs”-Gurus haben leichtes Spiel

Wie kann es überhaupt sein, dass ich so oft auf das ganze “Erfolgs”-Gedöns hereingefallen bin? Warum fallen so viele Menschen auf das Versprechen herein, “Erfolg” schnell und leicht zu bekommen?

Woher sollten wir es wissen? Keine entsprechenden Vorbilder, keine realen Rollenmodelle. Leere Versprechen. Bis man den Kram ausprobiert hat.

Talente, Lobgemeinschaften und Irrealismus

Gerade im Umfeld der Selbsterfahrung schließen sich Menschen oft zu Lobgemeinschaften zusammen, in denen sie sich gegenseitig bestätigen, wie „viel weiter“ sie schon gekommen sind.

Sie bestärken sich in ihren „Visionen“ und „Lebensträumen“ und sagen sich gegenseitig, dass sie es schaffen können. An monatlichen Inspirations-Abenden sehen sie gemeinsam „The Karate Kid“.

Ich habe dort viel Zeit verbracht. Bis mir auffiel, dass zwischen all dem Loben niemand Zeit hatte, tatsächlich materiell etwas Nennenswertes zu erreichen – außer den Leuten, welche die Gruppe bereits verlassen hatten.

Beeindruckende Veranstaltungen?

Von 1987 bis 2008 feierte ich meine Geburtstage oft als Motto-Parties. Erster Anlauf war die „Fantasy“-Party mit unterschiedlich dekorierten Räumen mit Motiven aus Fantasy und Esoterik. Höhepunkt war die Party der Stärken im Jahre 2000. Abschluss war die Alberne-Mützen-Party 2008.

Dazu machte ich einige Male sehr fantasievolles Essen.

Ich dachte, ich werde mal Party-Veranstalter. Bis ich recherchierte.

  • Zum Servieren von Lebensmitteln braucht man per Gesetz in Deutschland einen Lehrgang
  • Wer haftet, wenn bei der Veranstaltung etwas passiert?
  • Wie sorge ich dafür, dass Leute, die sich angemeldet haben, auch erscheinen, ohne sie zu verärgern oder zu nerven?
  • Wie gehe ich mit dem Mitbewerb um, der in dieser Branche äußerst unangenehm auftreten kann und auch schon mal Leute mit Schlagringen vorbeischickt?

Und das ist nur ein Teil der Fragen.

Erfolgreich Bloggen?

Ich habe in meinem Leben öfter das Feedback erhalten, dass ich ganz gut schreibe.

Als das Bloggen aufkam, dachte ich, ich schreibe mal was, und ich werde schnell viele Leser haben, denn ich schreibe ja gut.

In einem weiteren unsäglichen Hollywood-Film heißt es „Baue es, und sie (die Kunden, Zuschauer, Benutzer) werden kommen!“

Die Wirklichkeit ist: Baue es, und bestenfalls interessiert es keine Sau. Andernfalls kriegst Du noch Ärger mit Abmahn-Anwälten und Behörden.

Und so war es denn auch. Mein erster Blog hatte in guten Monaten 5 Besucher, davon 2 Leser.

Wer einen wirtschaftlich erfolgreichen Blog will, braucht

  • Eine klare Focussierung auf eine Zielgruppe und Lösungen zu deren subjektiven Problemen
  • Ansprechende Überschriften und Zwischenüberschriften (kann ich selbst immer noch nicht so gut, Stand Mai 2016)
  • Promotion, Promotion, Promotion
  • Einflussreiche Unterstützer
  • Eine ansprechende und gut strukturierte Präsentation
  • Klarheit über rechtliche Fragen zu Inhalten und verwendeten Medien

Und vieles andere mehr.

Meine jetzigen Blogs haben um die 2.000 Besucher im Monat, was für Nischenthemen ganz OK ist. Zum Geldverdienen braucht man ca. das hundertfache. Aber Bloggen ist auch nicht mein Focus.

Karriere als Musiker?

Seit ich 14 bin, schreibe ich Songs. Ich würde sagen, zehn davon sind gut genug, den Test der Zeit zu überstehen.

Ich dachte, ich werde ein internationaler Musik-Star.

Bis ich recherchierte

  • Für den wirtschaftlichen Erfolg von Musik kommt es auf so viel mehr an als auf die Musik, auf Präsentation, Zielgruppenorientierung, usw.
  • Man muss mit Musikern, Technikern, Produzenten, Plattenfirmen, Veranstaltern und Anwälten umgehen
  • Die Musikbranche ist kein Haifischbecken, oh nein. Sie ist ein Becken voller zu vieler Piranhas in zu warmem Wasser unter leichter Stromspannung

Auch nix für mich.

Der lange Weg zum Wirtschaftswunder Europas

Die Menschheit schlug sich jahrtausendelang durch mit Jagen und Sammeln.

Irgendwann kam jemand auf die Idee, Samenkörner nicht sofort aufzufuttern, sondern auszusäen, um anschließend die ca. 50fache Menge zu erhalten.

Man kam auf die Idee, nicht alle Tiere sofort aufzuessen, sondern ihnen Gelegenheit für romantische Zweisamkeit zu geben, damit man einen Teil ihrer Nachkommen aufessen konnte.

Das hat JAHRTAUSENDE gedauert.

Der Weg zu den modernen „Demokratien“ und die weitgehende Abnahme der körperlichen Gewalt in den Gesellschaften des Nordwestens war ein langer Weg. Millionen Liter Blut, Abermillionen zersplitterter Knochen, Verhungern, Verdursten, Frieren und Angst, Tausende von grausam Hingerichteten.

Europa gelangte nicht in seinen jetzigen Zustand durch zwei Monate Training zu peppiger Musik.

Allein die teilweise Entmachtung des „Adels“ (lateinisch für: eingebildete Soziopathen) dauerte hunderte von Jahren.

Bei der Konferenz zur Beendung des Dreißigjährigen Krieges brauchte man angeblich zwei Jahre, um sich über die SITZORDNUNG zu einigen. Oh, Tausende werden grausam abgeschlachtet. Was gibt es da Wichtigeres als die Sitzordnung?

Abermillionen von Menschen haben übelst gelitten, damit wir in unserem bequemen kleinen Wolkenkuckucksheim NLP üben können.

Kommt es auf die Technik an oder auf die Größe?

Als ich um 2006 herum wieder mit Kampfsport experimentierte, stieß ich auf ein Seminar für Jeet Kune Do – das ist die Kampfkunst, die von Bruce Lee entwickelt wurde.

Ich dachte, oh, eine tolle Technik. Die wird mich voranbringen!

Ehrlicherweise hatte der Veranstalter als letzten Satz geschrieben: „Erwarte nicht die Resultate von Bruce Lee, wenn Du nicht bereit bist, genau so viele Stunden zu üben wie er.“

Um ein wirklich guter Kämpfer zu werden, braucht es tausende von Stunden. Es braucht sehr oft wiederholtes Einstecken und Austeilen, Gewinnen und Verlieren und das zigtausendfache Wiederholen von Übungen.

Ah, OK… Also habe ich für das Wochenende lieber ein paar DVDs ausgeliehen und bei Chips und Schokolade angesehen.

Super-Aufreißer oder auch nicht

In meiner weitgehend gescheiterten Karriere als Aufreiß-Künstler belegte ich mehrere Trainings, die durchaus gut waren. Zumindest wurde uns gleich ehrlich gesagt, dass es wahrscheinlich schwierig wird und dass wir nach dem Training selbst noch sehr viel tun müssen, wenn wir Ergebnisse wollen.

Ich habe sehr viel getan. Hervorstechendstes Ergebnis von 2005 bis 2012: Eine Beinahe-Verhaftung. Danach 10 Monate gar nichts. Erst dann wurde ich endlich die Schlampe, die ich immer sein wollte.

Mit dem Ergebnis, dass auch das nicht die Antwort ist.

All die Arbeit, nur um zu merken, dass nach dem dritten Mal Sex sowieso alle Frauen gleich aussehen. Ob Model oder Managerin, Verkäuferin oder Bürodame. Aber immerhin ein Ego-Boost. Ich kann behaupten: Ich hatte Sex mit zwei Fotomodellen (leider nicht gleichzeitig). Das ist wahr. Ja und? Fein gemacht!

Was habe ich langfristig davon? Nix. Naja, jetzt bin ich cool. Wenigstens ein bisschen.

Niemand hat mich darauf vorbereitet

Mir hat niemand gesagt, wie schwer es werden würde. Mir wurden nur strahlende Erfolgsstories präsentiert.

Mit oder ohne rockige Musik. Völlig wirklichkeitsfremde Kinderbücher. Alles schien so einfach.

Woher hätte ich es wissen sollen?

In der asiatischen Welt ist der Wert des Übens besser bekannt. Shaolin-Schüler unterwerfen sich dem härtesten Training, jahrelang. Auch an anderen Stellen wissen viele Bürger der asiatischen Kulturen, dass sie sehr viel tun müssen, um voran zu kommen.

Wir haben stattdessen THE FORCE AWAKENS und The Karate Kid.

Also dachte ich, ich finde meine VISION und das, was zu mir passt, und dann läuft alles von selbst. Wenn es schwierig wird, dann ist das nicht normal, dann stimmt etwas mit meiner VISION nicht.

Und so habe ich immer wieder die falschen Dinge getan – weil ich keine realistische Perspektive hatte. Ich habe gedacht, wenn es schwierig ist, ist das nicht normal, sondern mit mir stimmt etwas nicht.

In Wirklichkeit stimmte alles – dass es mitunter sehr schwierig bis existenzbedrohend wird, ist ganz normal.

Man nennt das „Wirklichkeit“.

Und was hilft jetzt wirklich?

Als Controller und als Beobachter von Business und geschäftlichem Erfolg seit 1998 komme ich zu dem Schluss, die Haupteigenschaft, mit der man zu wirtschaftlichem Erfolg gelangt, ist extreme Toughness und Disziplin.

Und damit meine ich wirklich EXTREME Toughness. Die ersten 17 Anläufe können schieflaufen, dann sind die Ersparnisse alle, und ich muss jahrelang Drecksarbeit machen, um auf den Füßen zu bleiben.

Bis man wirklich raus hat, welche Leistung von welcher Zielgruppe gut angenommen wird, bis man die wichtigsten Fehler gemacht hat, um daraus zu lernen, vergeht einige Zeit. Und das Ganze ist auch nicht durchgehend angenehm.

WOLLEN und GLAUBEN sind nette Beigaben. Aber ohne sich wirklich den Arsch abzuschleifen, hat man nur Aussichten, wenn man aus einer Familie mit extrem guten Verbindungen kommt oder wenn man extrem attraktiv ist. Und selbst dann ist es in den meisten Fällen nicht einfach.

Also affirmiert, so viel Ihr wollt, GLAUBT, was Ihr wollt, macht NLP, aber wenn Ihr nicht tough seid, dann viel Glück!

Viel Erfolg!

Bild: Bosko Jugovic, von Dorde Putnik, ca. 1850; Quelle: wikimedia commons

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6 Kommentare

  1. sehr guter text.

    aber ich bin der meinung, dass star wars kein guters beispiel in diesem
    zusammenhang ist. denn die figuren scheitern, trotz vorübergehender erfolge,
    auch immer wieder (in the force awakens: luke scheint gescheitert bei der
    ausbildung neuer jedi; das imperium zwar kürzlich geschlagen formiert sich
    aber bereits neu) und und und …
    die filmreihe zeigt eher wie brüchig erfolg und wie widersprüchlich
    charaktäre sind…

    • Hallo Oliver, vielen Dank für Deinen Kommentar. Du hast recht, bei näherem Hinsehen ist STAR WARS um Einiges vielschichtiger. JJ Abrams scheint damit auch noch einiges vorzuhaben.

  2. Hallo Alexander,

    nun mit Star Wars kann ich jetzt nicht mitreden, aber die Kernbotschaft ist angekommen. 😉

    Ich verstehe was du zum Ausdruck bringen willst und es ist wichtig, Illusionen zu nehmen.
    Auch mir ging das mit dem Bloggen so. Überall standen schillernde Botschaften „Wie du in 3 Monaten 10.000 Leser aufbaust“, „Wie du 10 Minuten deine eigene Website hast“… ZONK.

    Erst wenn man sich selbst einmal auf diesem Gebiet gearbeitet hat, erkennt man die trockene Wahrheit.
    Und das zieht sich durchs Leben und dadurch wird man vorsichtiger.
    Denn solche waghalsigen Botschaften können in der Selbständigkeit schnell mal Existenzen zerstören.

    Den gesunden Menschenverstand sollte man also immer eingeschalten lassen und für sich selbst abwägen, einschätzen, ausprobieren, Erfahrungen sammeln.

    Deine Schlussbotschaft kann ich nur unterstreichen. Ohne TUN, ohne Fleiß, ohne Ausdauer, ohne Wille, ohne Disziplin funktioniert es nicht!
    Und das wird jeder für sich selbst früher oder später erfahren.

    Beste Grüße

    Denise

    • Hallo Denise, vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich habe es leider erst relativ spät im Leben erfahren, wie notwendig Ausdauer und Disziplin sind, weil mir bis 40 sehr viele Dinge zugefallen sind. Wie man sieht, arbeitest Du sehr intensiv an Deinem Blog und vor allem an dem Netzwerk darum herum. Weiter viel Erfolg!

  3. Hallo Alexander,

    ich kann mich der deiner Kernbotschaft ebenfalls anschließen. Man kann NICHT ALLES schaffen!
    Egal, wie man sich anstrengt. Ich hatte mehrfach eine Diskussion zum Thema „ziele setzen“ nach der SMART-Formel. Das R steht für realistisch. Ich bekam dann zu hören, dass „wenn sich jeder nur realistische Ziele gesetzt hätten, wir niemals zum Mond geflogen wären oder Steve Jobs niemals Apple gegründet hätte. Aber WIR (als der Durchschnitt) sind weder Neil Armstrong, noch Steve Jobs. WIR können nicht ALLES schaffen. Aber: ohne Ausdauer und Beharrlichkeit und Resilienz sind wichtige Erfolgsfaktoren.

    Liebe Grüße

    Frank

    • Hallo Frank, vielen Dank für Deinen Kommentar. Nun, der Aufbau von IT-Konzernen und Flüge ins All sind durchaus realistisch, wie wir gesehen haben, nur nicht nach zwei Monaten Training zu peppiger Musik. Wie man sieht, ist Dein Blog ja auch durch Fleiß und Kompetenz verdientermaßen gewachsen.

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