Gehen Sie nach der Ausbildung zum Steuerberater um zu lernen

Wenn Sie Ihre Fertigkeiten im Rechnungswesen gründlich vertiefen wollen und nach 2 Jahren sehr gute Karrierechancen in den meisten Branchen haben wollen, dann gehen Sie erst einmal zu einem Steuerberater.

In den meisten Steuerkanzleien, insbesondere in den kleinen mit 3-7 Mitarbeitern, lernen Sie fast alle Facetten des Rechnungswesens kennen: Buchhaltung, Lohnabrechnung, Jahresabschlüsse, Steuererklärungen. In manchen Kanzleien, allerdings seltener, auch Kostenrechnung und Controlling.

Dadurch, dass Sie so viele verschiedene Aufgaben erledigen, bekommen Sie zwangsläufig ein breites und ausreichend tiefes Fachwissen.

Sie müssen anspruchsvolle Aufgaben in relativ kurzer Zeit lösen und bekommen so ein hervorragendes Training.

Allerdings, wie ein Dozenten-Kollege von mir neulich sagte, „die Steuerberater haben alle so kurze Arme, deshalb kommen sie nicht an ihr Portemonnaie.“

Es ist wahr, Steuerberater haben recht humoristische Vorstellungen von Entlohnung. Das Gehalt, sogar bei Steuerfachangestellten, dem anspruchsvollsten kaufmännischen Ausbildungsberuf in Deutschland, ist zwischen mickrig und geht so.

Dafür, wenn Sie 2 Jahre durchgehalten haben und ein qualifiziertes Zeugnis erhalten, haben Sie äußerst gute Chancen, in fast jeder Buchhaltungs-Abteilung willkommen zu sein. Personaler im Rechnungswesen wissen, dass man in Steuerkanzleien sehr viel lernt.

Die optimale Steuerkanzlei für das Dazulernen hat ca. 5 Mitarbeiter und eine gute Mischung von Mandanten, was die Branchen und die Größen angeht.

Dort lernen Sie am meisten. In einer sehr großen Kanzlei besteht das Risiko, dass Sie nur für einen kleinen, sehr spezialisierten Bereich eingesetzt werden.

Speziell bei größeren Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaften können Sie den ganzen Tag vielleicht Bilanzen binden oder nur Ausgangsrechnungen erfassen oder ähnliches.

Fragen Sie deshalb am Anfang genau nach, was für Mandate die Kanzlei hat und für welche Aufgaben Sie eingesetzt werden sollen.

Machen Sie am Anfang am besten eine klare Ansage, dass Sie vorhaben, in die anspruchsvollen Aufgaben hineinzuwachsen (wenn das auch wirklich Ihr Plan ist).

Gute Mitarbeiter sind auch für Steuerberater schwer zu kriegen, deshalb, wenn Sie erkennbar Motivation, Lernfähigkeit und vor allem Problemlösungsfähigkeit mitbringen, sollten Sie solide Chancen haben, eine Steuerkanzlei als lohnende Etappe auf Ihrem Berufsweg zu nutzen.

Vielleicht wollen Sie sogar dort bleiben, und noch Steuerfachwirt, Bilanzbuchhalter oder sogar Steuerberater werden.

Und wenn nicht, haben Sie auf jeden Fall viel Nützliches gelernt.

 

Titelbild: Alexas_Fotos

 

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