Dreckiges Geheimnis einer Karriere: Nicht lesen!

Wie man dauerhaft vorankommt – was Ihnen niemand erzählen will

Normalerweise mache ich mich eher lustig über das Thema „Erfolgsgeheimnisse“, weil es keine gibt. Es gibt jedoch einen Faktor, über den fast niemand redet, der einen gewaltigen Unterschied macht – allerdings nicht über Nacht, nicht von jetzt auf gleich, sondern erst, wenn man den Faktor 2-3 Jahre lang umsetzt.

Das Geheimnis liegt darin, sich einfach überwiegend NICHT bescheuert zu verhalten.

Wenn ich mir meine eigene Laufbahn mal anschaue, nicht so übel. 15 Jahre selbständig (Stand: September 2013), Einsätze in ca. 50 Unternehmen, darunter Airbus, Shell, Germanischer Lloyd, Alice, freenet, u.v.a.

Für eine Weile eigene Seminare an der Handelskammer Hamburg, die von der stadteigenen H.E.I. (Hamburger Existenzgründer-Initiative) gefördert wurden, und seit langem bereits mehr Anfragen, als ich bearbeiten kann. Mein Auftragseingang ist ziemlich stabil und kontinuierlich, mit nur zwei ernsthaften Einbrüchen und Krisen (2004 und 2009).

Eine solide Menge Videos mit gutem Inhalt online. Im Jahre 2009 habe ich meine damals ca.1.000 online-Kontakte angerufen, und immerhin 66% wussten auf Anhieb, wer ich bin und was ich mache. Viele Leute halten mich in meinem Bereich für kompetent (sie haben recht), manche halten mich für einen Hampelmann, Trottel, Idioten (die haben auch recht).

Ja, ich bin selbständig. Mein Ansatz lässt sich aber 1:1 auf eine Karriere in der Festanstellung übertragen.

Wie bin ich so weit gekommen?

Sehr gerne würde ich jetzt ein spektakuläres „Geheimnis“ lüften. Habe aber keins.

Das „Geheimnis“ liegt darin, sich überwiegend NICHT-bekloppt zu verhalten

Voraussetzung ist natürlich, dass Sie Ihren Fachbereich solide beherrschen. Ohne dem ist jede weitere Strategie nutzlos.

Das große Geheimnis, über das nur wenige reden wollen, liegt darin, dass die meisten Menschen nur labern, große Taten ankündigen und dann nichts machen.

Die meisten Leute lügen und täuschen, wenn auch nur „im Kleinen“, aber das genügt, um sie für die wenigen produktiven Menschen – diejenigen, die Einkommen an andere zahlen – unattraktiv zu machen.

Daraus folgt, wenn Sie tatsächlich etwas machen und zuverlässig und ehrlich sind, und durchhalten, können Sie sehr weit kommen – einfach, weil Ihnen nur sehr wenige Menschen Konkurrenz machen.

  • Wenn Sie einen Rückruf ankündigen, führen Sie ihn tatsächlich aus.
  • Wenn Sie einen Termin haben, erscheinen Sie dort tatsächlich.
  • Wenn Sie eine Zusage gemacht haben, halten Sie sie ein – dazu gehört natürlich, vorher zu wissen, was Sie einhalten können und was nicht.
  • Wenn Sie einen Fehler gemacht haben, bringen Sie ihn wieder in Ordnung. Falls der Kunde es bemerkt hat, gestehen Sie den Fehler ein und wieseln nicht darum herum.

Klingt banal? Ist es. Es verblüfft mich aber, wie viele Menschen diese einfachen Dinge nicht tun. Die meisten labern nur.

Unzuverlässigkeit ist der Normalfall. Unklare Kommunikation ist der Normalfall.

Wer sich kontinuierlich nicht-behämmert verhält, ist die begehrte Ausnahme.

Oft genug war ich bei einem Controlling-Projekt nicht der begehrteste Kandidat auf Basis meines Lebenslaufes – aber ich war der Einzige, der zum vereinbarten Interview erschienen ist. Also erhielt ich den Auftrag.

Oft war ich nicht die erste Wahl bei einer Auftragsanfrage – aber ich war der Einzige, der die E-Mail beantwortet hat oder den vereinbarten Rückruf ausgeführt hat. Und schon war ich der Einzige, der verfügbar war.

Heißt das, dass ich absolut perfekt bin in dieser Hinsicht? Nein, aber ich behaupte, etwas besser als die Masse.

Habe ich in meinem Leben schon mal einen Termin verbaselt? Ja, aber ich behaupte, weniger als die meisten.

Habe ich schon mal gelogen? Ja, und wahrscheinlich werde ich es gelegentlich wieder tun.

Weiß ich immer 100% perfekt, was ich schaffen kann und was nicht? Nein. Produktive Menschen wissen das, und so lange sie das Gefühl haben, dass ich sie nicht absichtlich täusche, vergeben sie auch Fehler.

Insgesamt hat sich für mich der Ansatz bewährt, im Großen und Ganzen Zusagen einzuhalten, Zusagen, die ich nicht einhalten will, gar nicht erst zu machen, und klar anzusagen, was ich mir zutraue und was nicht.

Und der extra-große Vorteil dieser Strategie liegt darin: Wenn Sie nicht ganz an die Spitze wollen, sondern nur ein solides Einkommen erzielen wollen, müssen Sie in Ihrem Fach nicht einmal herausragend gut sein. Etwas mehr als mittelmäßig genügt, wenn Sie überwiegend zuverlässig und ehrlich sind.

Also, verhalten Sie sich eine Weile nicht-behämmert. Rufen Sie zurück und sagen Sie ehrlich, was Sie können und was nicht. Tun Sie das eine Weile und arbeiten Sie gleichzeitig daran, bei Menschen, die Entscheidungen über Ihr Einkommen treffen können, bekannt zu werden.

Wenn Sie das 2-3 Jahre durchhalten, sind Sie solide aufgestellt.

Natürlich, wenn die Mehrheit der Menschen zu dieser Verhaltensweise übergeht, dann funktioniert es nicht mehr als Wettbewerbsvorteil. Nachdem ich das Phänomen 30 Jahre lang beobachtet habe, sehe ich da keine Gefahr.

VIEL ERFOLG!

 

Bild: pixabay; Das Wortgewand

Titelbild: darksouls1

 

 

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4 Kommentare

  1. Das stimmt. Die meisten Leute sind einfach lahm. Ich bin auch immer wieder überrascht, wie leicht man vorwärts kommt, wenn man sich nicht verhält wie ein Depp.

  2. Ich muss angesichts des oben genannten Blogs mal aus der Rolle fallen:

    Mann, ich hab mich weggepackt beim Lesen! Suuuper!

    Also vielen Dank für diesen unterhaltsamen Moment in meinem viel zu warmen Büro und danke auch für einige weitere Anregungen.

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