Controlling-Software: Standards und Prinzipielles

Wenn man dem Ansatz folgt, dass Controlling bedeutet, klug unternehmerisch zu denken und zu steuern, kann so ziemlich jede Software für die eine oder andere Fragestellung hilfreich sein.

Es gibt aber ein paar Standard-Aufgaben, für die es auch Standard-Software gibt.

Abfragen aus ReWe

Ein großer Teil des Controlling erfordert Abfragen aus dem internen und externen Rechnungswesen, z.B. BWA oder Kostenstellenberichte. Solche Abfragen können mit den meisten Standard-ReWe-Programmen erstellt werden, z.B. Lexware, DATEV, Addison, Diamant, FibuNET, u.v.a

Ebenso ermöglichen einige SAP-Module Auswertungen aus dem Rechnungswesen.

Abfragen aus Datenbanken, insbesondere OLAP-Technologie

Will der Controller mehr wissen als das, was in der Buchhaltung oder Kostenrechnung erfasst wird, braucht er zusätzliche Auswertungswerkzeuge.

Dies können beispielsweise Daten über Kunden sein, über Anzahlen verkaufter Produkte, über Auslastung von Anlagevermögen, über Stornoquoten oder über Lieferanten.

Die Auswertungen stammen aus Datenbanken. Es gibt vor allem 2 Typen von Datenbanken, die gebräuchlich sind:

  1. Relationale Datenbanken (SQL u.ä.)
  2. OLAP-Cubes, meist zusammengesetzt aus Tabellen im Star-Schema

Abfragen über relationale Datenbanken können z.B. mit dem Gratis-Werkzeug MYSQL getätigt werden. Daneben sind Werkzeuge von Oracle in Gebrauch, oder, leider immer noch in vielen Unternehmen, MS Access.

OLAP steht für OnLine Analytical Processing. Dies heißt prinzipiell nur, dass man im Computer etwas abfragt. Der Begriff hat sich aber eingebürgert insbesondere für Abfragen innerhalb von Daten-Würfeln, auch bezeichnet als OLAP-Cubes.

Die Cubes müssen erstellt werden in einem sogenannten ETL-Prozess (Extract, Transform, Load). Hierbei werden Daten aus verschiedensten Datenbanken in ein DWH (Data Warehouse) eingelesen und dort nach Vorschriften verknüpft, welche die Entwickler im Unternehmen definieren müssen.

Die Abfrage von OLAP-Cubes erfolgt mit OLAP-Tools. Mit SQL funktioniert dies nicht.

Es gibt Gratis-Tools für OLAP, die aber ihre Grenzen haben, insbesondere was die Datenmenge betrifft. Gratis ist z.B. eine Version von BI Lite, odoo, oder pentaho. Odoo schafft auch große Datenmengen, muss aber vom Nutzer konfiguriert werden.

Gebräuchliche kommerzielle OLAP-Tools sind z.B. Business Objects (aufgekauft von SAP) oder die COGNOS-Reihe von IBM.

Die OLAP-Tools greifen auf den Würfen zu und ermöglichen den Zugriff auf Daten, die man verknüpfen kann in einer Art und Weise, die von außen an Pivot-Tabellen in Excel erinnert.

ERP-Systeme

Enterprise Resource Planning. Diese Gruppe umfasst Komplettsysteme, die über die üblichen Komponenten des Rechnungswesens hinausgehen

Ein typisches ReWe-Komplettsystem enthält Buchhaltung, Anlagenbuchhaltung, Kostenrechnung, Lohnabrechnung, Warenwirtschaft und Fakturierung.

ERP-Systeme enthalten mehr Komponenten. Z.B. zusätzlich Personalplanung, Produktionssteuerung, Produktionsmessung, Fuhrpark-Verwaltung, CRM (Customer Relationship Management) , Geo-Wirtschaftsdaten usw.

In einem ERP-System kann man in Abfragen so ziemlich alles mit allem kombinieren, ohne OLAP-Cube, sofern eine logische Verbindung hergestellt werden kann.

Bekannte ERP-Systeme sind z.B. SAP R/3, Microsoft Navision, JD Edwards.

Odoo kann als komplettes Gratis-ERP-System ausgebaut werden, muss aber vom Nutzer konfiguriert werden.

Weitere Systeme für weitere Aufgaben

Für Auswertungen und Planung gibt es z.B. den Corporate Planner oder SWOT.

Bild: bykst

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