Berufliche Absagen nicht persönlich nehmen

Wenn Sie einen Job nicht kriegen, hat das nicht zwingend mit Ihrer Person zu tun

Als Selbständiger bin ich es relativ gewohnt, aber wer sich nach langer Zeit wieder auf Jobsuche begibt, ist nicht immer innerlich darauf vorbereitet: Absagen, Ablehnungen, ein häufigeres Nein erhalten.

Die Aufgabe besteht darin, diese Absagen nicht persönlich zu nehmen.

Eine Absage muss nichts mit mir zu tun haben. Ich kann in vielen Fällen aus einer Absage lernen (manchmal auch nicht) – über meine Strategie, über meine Selbstpräsentation, über das, was zu mir passt oder auch nicht.

Sehr oft landet die Bewerbung auch nur auf einem hohen Stapel und wird, aus mehr oder weniger nachvollziehbaren Gründen, aussortiert. Zu klein, zu groß, zu blond, nicht blond, Nase zu lang oder zu kurz, usw.

Manchmal passt meine Qualifikation auch nicht zu den gesuchten Fertigkeiten. Dies kann deshalb sein, weil ich nicht das gelernt habe, was der Personaler sucht, oder deswegen, weil das Qualifikationsprofil keinen Sinn macht. Gerade im Rechnungswesen ist es nicht so einfach, ein sinnvolles Anforderungsprofil zu erstellen, das die richtige Mischung aus fachlichen, fachübergreifenden und menschlichen Fähigkeiten abbildet.

Vielleicht haben die Arbeitgeber auch gefunden, dass ich mich beim Vorstellungsgespräch nicht so verhalten habe, wie sie es gerne hätten. Verschiedene Menschen haben verschiedene Vorlieben, was Verhalten angeht.

Vielleicht glauben sie, dass jemand anders ihr Problem besser lösen kann als ich. Vielleicht ist das so, vielleicht auch nicht.

In keinem Fall aber sagt die Ablehnung etwas über meinen Wert als Mensch. So lange ich dies weiß, kann ich lange durchhalten und weiter marschieren.

Über eine längere Zeit aber macht es einfach keinen Spaß, dauernd Ablehnungen zu erleben. Es macht auf der anderen Seite auch keinen Spaß, dauernd Nein zu sagen bzw. sagen zu müssen, weil sich auf die neue Position schon wieder 150 Menschen beworben haben, während es aber nur einen Job gibt.

Ich zum Beispiel verfiel nach ein paar Erfolgen (Anfängerglück) für eine Weile dem Wahn, ich sein ein charmanter Frauenverführer (hier bitte die Lachspur einfügen) und erhielt buchstäblich tausende von Ablehnungen. Das ging irgendwann massiv gegen mein ohnehin kleines Ego, und nach neun Jahren mittelmäßiger Ergebnisse gehörte diese Ambition zu den wenigen Dingen, die ich im Leben aufgegeben habe.

Auf dem Markt der Verführungskunst gibt es ebenso wie auf dem Arbeitsmarkt Anbieter, die Ihnen versprechen, „NIE WIEDER Ablehnung!“ Kriegen Sie IMMER ein JA!“ Diese Angebote sind natürlich Unsinn. Ablehnung gehört zum Spiel. Natürlich können Sie Ihre Chancen enorm verbessern (darüber an anderer Stelle), aber eine Garantie gibt es nicht.

Deshalb: Präsentieren Sie sich, so gut Sie können, lernen Sie dazu und machen Sie weiter.

 

Bild: geralt

 

 

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (21 votes, average: 4,52 out of 5)
Loading...
Print Friendly, PDF & Email

1 Trackback / Pingback

  1. Die erfolgreiche Bewerbung im Rechnungswesen - rechnungswesen-lehrer

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*